Tribune ist pleite
 

Tribune ist pleite

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Tribune-Eigentümer Samuel Zell hat den Insolvenzantrag für seinen Konzern gestellt.
Tribune-Eigentümer Samuel Zell hat den Insolvenzantrag für seinen Konzern gestellt.

Der Kreditausfall des US-Verlagsriesen könnte der Deutschen Bank eine dreiviertel Milliarde US-Dollar kosten.

Der traditionsreiche US-Medienkonzern Tribune  ist pleite. Verlagseigentümer Sam Zell hat den Insolvenzantrag beim zuständigen US-Bundesgericht gestellt, es wird  Gläubigerschutz nach Chapter elf beantragt - bei einer Umstrukturierung der Verbindlichkeiten ist ein Fortbestand des operativen Business damit bis auf weiteres möglich. Schuld an der Misere ist der Schuldenberg von knapp 13 Milliarden US-Dollar (rund zehn Milliarden Euro), der dem zweitgrößten Zeitungsverlag der USA nun vielleicht den Garaus macht - aufgrund der verschärften Bedingungen zur Kreditfinanzierung dank Finanzkrise ist eine Verbesserung der Situation nur schwer möglich. Gleichzeitig leidet auch die Tribune wie fast alle Medienhäuser unter den Einbrüchen der Werbeeinnahmen. Im dritten Quartal 2008 schrieb der Verlag im operativen Geschäft einen Verlust von 124 Millionen US-Dollar, im Vorjahreszeitraum regnete es hier noch einen Gewinn in Höhe von 84 Millionen Dollar. Auch der Umsatz ging im selben Zeitraum um zehn Prozent zurück.

Erst vor einem Jahr hatte Equity Group-Gründer Zell die Tribune für eine Transaktion von 8,2 Milliarden Dollar übernommen, inklusive des Schuldenberges. Die 1847 gegründete Tribune verfügt über zehn Tageszeitungen, darunter die "Los Angeles Times", die "Chicago Tribune", sowie zahlreiche lokale TV-Sender und Radiostationen und erreicht damit laut eigenen Angaben über 80 Prozent der US-Haushalte.

CEO Samuel Zell hat in einem Memo an die Mitarbeiter sein absolutes Comittment bekundet. Jetzt gelte es, die Verbindlichkeiten zu restrukturieren, um den Druck auf das operative Business zu reduzieren.


Wer jetzt glaubt, das ganze betreffe nur die USA, irrt. Denn wie der Mediendienst Editor&Publisher berichtet, wäre bei einem Konkurs interessanter Weise die Deutsche Bank der zweitgrößte Gläubiger für die Tribune-Schulden – sie habe 737,5 Millionen Dollar (572 Millionen Euro) an Krediten an den strauchelnden US-Zeitungsriesen vergebengleich, dem Dow Jones-Mitglied JP Morgan Chase drohen Zahlungsausfälle in Höhe von 1,045 Milliarden Dollar drohen (811 Millionen Euro). Die Investmentfirma Angelo Gordon & Co. LP habe mit 324,5 Millionen Dollar am drittmeisten verliehen.


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