Tour d´Horizon durch die digitale Medienwelt
 

Tour d´Horizon durch die digitale Medienwelt

VÖZ
VÖZ-Präsident Markus Mair (rechts im Bild) begrüßte zur Zeitungsmatinée die Speaker (v.l.n.r.): Eric Gujer, Nils von der Kall, Lucy Küng und Christopher Pramstaller.
VÖZ-Präsident Markus Mair (rechts im Bild) begrüßte zur Zeitungsmatinée die Speaker (v.l.n.r.): Eric Gujer, Nils von der Kall, Lucy Küng und Christopher Pramstaller.

Spannende Vorträge und Thesen hochkarätiger, internationaler Speaker bei der Zeitungsmatinée des VÖZ.

Anlässlich der 66. Generalversammlung des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) lud die Interessenvertretung zur traditionellen Zeitungsmatinée in das Hochhaus der Vienna Insurance Group. Dort begrüßte Verbandspräsident Markus Mair zahlreiche Gäste sowie die vier Speaker Eric Gujer, Nils von der Kall, Christopher Pramstaller und Lucy Küng.

Der Chefredakteur der "Neuen Züricher Zeitung" (NZZ), Eric Gujer, referierte über den verantwortungsvollen Umgang der Medien mit der Realität. Er appelierte dabei an die Glaubwürdigkeit in Journalismus und Medien. Man durchlebe gerade spannende Zeiten. Der Journalismus sei aber nicht dazu da, einfach nur zu erklären, sondern gewissenhaft die Komplexität der Welt darzustellen. "Das gedruckte Papier wird es noch lange geben, aber es ist nicht unsere Zukunft", reflektierte Gujer über den stattfindenden Kulturwandel. Die gesellschaftliche Funktion der Medien werde immer wichtiger und somit habe auch das Vertrauen in die Medien höchste Priorität. In einer Welt voller Disruption, Transformation und Fragmentierung bildeten die Medien eine unerlässliche Klammer und Orientierung. Was eine Zeitung trotz wirtschaftlicher Herausforderungen und Digitalisierung besonders benötige, sei eine Mission, so Gujer: „Eine Zeitung muss unverwechselbar sein. Sie differenziert sich durch ihre politische Haltung, ihren ganz eigenen Blick auf die Welt und die Einzigartigkeit ihres Angebots.“ Umso wichtiger sei es, auf Augenhöhe mit und entsprechend der Bedürfnisse der Leser Inhalte zu produzieren. Der Verlagsleiter Marketing und Vertrieb der Zeit Verlagsgruppe, Nils von der Kall, glänzte mit einer besonderen Expertise im Bereich neuer Digitaler Vertriebsmodelle. Dabei legte er dem Erfolgsmodell "Die Zeit" vier Thesen zugrunde: 1. Zeitung ist, was man daraus macht. 2. Nur ein bekannter Leser ist ein guter Leser. 3. Es geht nicht mehr um Print oder Digital. Es geht um Journalismus. Und 4. Das Kapital ist die Marke. Anhand von Beispielen zeigte von der Kall auf, wie "Die Zeit" sich sukzessive regionalisiert und das Abonnement-Geschäft kontinuierlich ausgebaut hat.

Christopher Pramstaller, Audience Editor der "Süddeutschen Zeitung", brachte Journalismus und Userdaten zusammen. Daten seien als Kompass oder Tachometer zu bewerten. Auf diese Art und Weise helfe man den Redakteuren, ihre Leser besser zu verstehen und mit dem richtigen Content zu versorgen. Die international gefragte Professorin für Medieninnovationen an der Universität Oslo und Research Fellow am Reuters Institute der Universität Oxford, Lucy Küng, entwarf einen kritischen Blick auf die sich verändernde Medienlandschaft mit besonderem Fokus auf Digitalisierung. Auch für Organisationen wie Zeitungsverlage seien Strategie, Innovation und Leadership unabdingbar.

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