Thomas Kralinger: "Reihe an Maßnahmen in Plan...
 

Thomas Kralinger: "Reihe an Maßnahmen in Planung"

David Bohmann

Thomas Kralinger führt das signifikante Minus des Kurier in der aktuellen Media-Analyse auf den sukzessiven Verdrängungswettbewerb durch Gratiszeitungen und den Shift hin zu Online zurück.

Dieses Interview ist zuerst in der Print-Ausgabe des HORIZONT, Nr. 42, erschienen.

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Horizont: Die aktuelle MA weist dem Kurier ein signifikantes Minus aus. Wie sehr schmerzt Sie das?

Thomas Kralinger: Grundsätzlich ist so etwas immer schmerzhaft. Und wir werden selbstverständlich eine Reihe an Maßnahmen, die derzeit gerade in Vorbereitung sind, treffen, um unsere Reichweite wieder nach oben zu bringen. Auf der anderen Seite sind wir es aber auch seit vielen Jahren gewöhnt, dass es solche Schwankungen gibt.

Worauf führen Sie dieses signifikante Minus zurück?

Das kann verschiedene Gründe und Ursachen haben. Wir sind eine Zeitung, die ihr Hauptverbreitungsgebiet in Ostösterreich hat und in diesem Raum werden täglich 700.000 Gratiszeitungen verbreitet. Diese führen zu einem sukzessiven Verdrängungswettbewerb, der sich irgendwann auch auf die Reichweite auswirkt. Und dann gibt es auch einen starken Shift zu Online. Wir sehen, dass wir mit unseren Online-News jährlich im zweistelligen Bereich, unsere E-Paper-Verkäufe steigern sich ebenfalls ständig – und diese Faktoren können auch Auswirkungen auf unsere Print­reichweite haben.

Durch welche Maßnahmen wollen Sie die Reichweite wieder steigern?

Dazu möchte ich noch nicht allzu viel sagen, weil wir diese erst in Planung haben. Aber wir werden unsere Aktivitäten im öffentlichen Raum weiter verstärken, wie etwa mit Leser-Veranstaltungen.

Wolfgang Fellner hat zuletzt wieder Kritik an der Erhebungsmethode der MA geübt. Können Sie diese als VÖZ-Präsident nachvollziehen?

Fellners Kritik, dass jene Printmedien mit gleichlautenden Onlineportalen begünstigt werden, kann ich dahingehend nicht verstehen, da sich die Tageszeitung Österreich ihren Auftritt – das nehme ich zumindest an – in jeder Form überlegt hat. Er könnte die Tageszeitung auch oe24 nennen, wenn er glaubt, dass das eine wesentliche Auswirkung hätte.

Aber ist die Erhebungsmethode noch zeitgemäß oder muss sich diese weiterentwickeln?

Die MA ist ein seit 50 Jahren von den Kunden und Agenturen akzeptiertes Instrument. Es gibt kaum eine andere Großstudie, die so genaue Regeln und Kontrollen hat. Und wir beschäftigen uns immer wieder mit der Abwicklung der MA, weil wir alle ein Interesse daran haben, dass wir ein exaktes Messinstrument haben, mit dem unsere Leserzahlen erhoben werden.

Sie zweifeln nicht an der Methode?

Nein, es ist eine valide Messmethode. Aber es ist natürlich ein Marktforschungsinstrument, das auch die Unschärfen eines solchen hat. Das Wesen einer solchen Erhebungsmethode ist, dass es auch immer wieder zu Schwankungen kommen kann, wie auch bei uns in der Vergangenheit.
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