Thomas Kralinger ist neuer VÖZ-Präsident
 

Thomas Kralinger ist neuer VÖZ-Präsident

Der Vorstand des Verbandes Österreichischer Zeitungen hat Thomas Kralinger als neuen Verbandspräsidenten gewählt – Er folgt auf Hans Gasser

Die Vorstandsmitglieder des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) haben am Mittwoch, den 14. November, in einer Sitzung Thomas Kralinger einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. Der "Kurier"-und "Mediaprint"-Geschäftsführer folgt damit auf Hans Gasser, der nach seinem Ausscheiden aus dem "WirtschaftsBlatt" auch seine Funktion im Verlegerverband zurücklegt. Darüber hinaus wurden Wolfgang Bretschko, Vorstand der Styria Media Group AG, und Rainer Eder, Eigentümervertreter der Österreichischen BauernZeitung, ins Präsidium gewählt.

Weltuntergangsprognosen verfehlt

In einer ersten Stellungnahme plädierte der VÖZ-Präsident für ein neues Selbstbewusstsein der Branche: "Zeitungen und Magazine waren bereits in wirtschaftlich ruhigerem Fahrwasser unterwegs. Die unsichere gesamtwirtschaftliche Lage hat auch Auswirkungen auf die Werbeerlöse und vor allem international gesehen verstärkt sich der Eindruck, dass Printmedien in der Krise stecken." Seines Erachtens seien Weltuntergangsprognosen für Österreichs Zeitungen und Magazine verfehlt. Als Beispiel nannte er die VÖZ-Mitgliedmedien, die ihm zufolge immer noch knapp 90 Prozent der Gesamtbevölkerung erreichen.

Stärker auf digitale Kanäle setzen

Es sei jedoch real, dass sich die Rahmenbedingungen verändern. "Österreichs Zeitungen und Magazine zeigen sich innovativ, setzen auf Relaunches und überarbeiten ihre digitalen Strategien, um den neuen Lesergewohnheiten zu entsprechen", führt er aus. Kralinger prophezeite, dass die heimischen Verlagshäuser in den nächsten Jahren noch stärker auf digitale Kanäle setzen müssen, um Inhalte und Produkte an die Leser zu bringen. Weiters müssen dem neuen VÖZ-Präsidenten zufolge alle Kostenpunkte kritisch hinterfragt werden und auch die Politik ist gefordert: "Wollen wir in Österreich weiterhin die redaktionelle Qualität in ihrer Vielfalt erhalten, muss die Presseförderung substantiell ausgebaut und auch das Urheberrecht inklusive eines Leistungsschutzrechtes für Presseverlage modernisiert werden. Denn dass es in Österreich keine tragfähigen Erlösmodelle für Qualitätsjournalismus im Web gibt, liegt auch an den Rahmenbedingungen, die von der Politik gemacht werden."

"Haushaltsabgabe ohnehin de facto Realität"

Bei der geplanten ORF-Haushaltsabgabe zeigte sich der neu gewählte VÖZ-Präsident kompromissbereit: "So gut wie jeder Haushalt zahlt hierzulande eine GIS-Gebühr, daher ist die Haushaltsabgabe ohnehin de facto Realität." Jedoch dürfe der ORF nicht alleiniger Nutznießer dieser Abgabe sein, auch privaten Medienanbietern müsste sie zu Gute kommen. "Damit schaffen wir einen Qualitätswettbewerb um Gebührenmittel, da öffentlich-rechtlicher Content ja nicht alleine vom ORF gestaltet wird. Letztlich profitiert der Konsument von mehr Unabhängigkeit, Meinungsvielfalt und einem besseren Programm durch mehr Wettbewerb am Medienmarkt."

Kralinger dankt Gasser

Kralinger dankte seinem Vorgänger Gasser und hob vor allem dessen Verdienste zur Förderung der redaktionellen Qualität hervor: "Kaufzeitungen und -magazine können sich nur durch redaktionelle Qualität und Unabhängigkeit von Gratisblättern und Nachrichtenangeboten anderer Mediengattungen abgrenzen. Darüber hinaus schaffen sie mit dieser Qualität auch einen demokratiepolitischen Mehrwert. Diese Systemrelevanz unserer Mitgliedsmedien hat Hans Gasser immer betont. Dieses Bekenntnis werde ich weiter führen."
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