Thoma will wieder TV machen
 

Thoma will wieder TV machen

RTL-Ex-Chef plant deutsches Regional-TV-Netzwerk namens "Volks-TV".

Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) in der Ausgabe vom 10. August 2011 berichtet, will Helmut Thoma gemeinsam mit seinem Partner Helmut Keiser ein Netzwerk von regionalen TV-Sendern aufbauen. Der gebürtige Wiener will Kanäle wie TV Berlin, Hamburg 1 und NRW TV mit gemeinsamen, nationalen Programmstrecken versorgen. "Wir planen ein bundesweites Mantelprogramm für Regionalsender", präzisiert der TV-Macher, der seine Karriere 1973 beim ORF begann. Vorbild dafür wären die TV-Networks in den USA.

Thoma kann bereits Konkretes vorweisen: Einen Sitz in Düsseldorf, den Namen "Volks-TV" und die Erlaubnis der Medienaufsicht KEK sowie die der Zulasskungskommission der Landesmedienanstalten (ZAK). In den ersten beiden Jahren wären laut Thoma etwa 30 Millionen Euro an Investments zu tätigen - Volks-TV braucht also noch Geldgeber. "Der Sender finanziert sich über Werbung und Sponsoren. Wir sind in Gepsrächen mit Investoren, es gibt bereits erste Zusagen", meint Thoma gegenüber der "SZ". Beim Start will man elf Millionen Haushalte erreichen. In der Endausbaustufe sollen es dann 16 Millionen sein. Das Programm soll über analoge Kabelnetze und Satellit verbreitet werden. Vorteil für die teilnehmenden Regional-TV-Sender: Sie können so auch als Plattform für nationale Kampagnen dienen.

Mit Volks-TV hat Thoma Großes vor. Es soll zur dritten Kraft am deutschen TV-Markt werden. Mit dem Status Quo am Fernsehmarkt ist der 72-Jährige nämlich alles andere als zufrieden: "Der deutsche Markt ist unterentwickelt und in seinen Strukturen erstarrt." Das duale System zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern funtkioniere kaum noch. Mit den privaten TV-Anstalten geht Thoma hart ins Gericht: "Das private Fernsehen in Deutschland wird von zwei Holdings beherrscht. Beide interessieren sich nicht für das Programm, sondern sind nur an einer Erhöhung des Gewinns interessiert." Anspruchsvolles Programm wird Thoma anfangs allerdings nicht bieten können. Man bedenke aber: Am Anfang der Erfolgsstraße von RTL standen Sendungen wie "Tutti Frutti".


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