Terrornacht: Presserat leitet gegen mehrere M...
 
Terrornacht

Presserat leitet gegen mehrere Medien Verfahren ein

Oleksandr / adobe.stock.com

Der Senat 2 behandelte am Donnerstag in einer Sondersitzung die 1.500 Beschwerden zur Berichterstattung über den Terroranschlag in Wien. Er hat beschlossen, gegen mehrere Medien Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse einzuleiten.

Geprüft werden insbesondere Videos, in denen der Täter während der Tat zu sehen ist. Auf zwei dieser Videos wurde festgehalten, wie ein Opfer erschossen beziehungsweise wie ein Polizist niedergeschossen wird. Bei diesen beiden Videos stehen Fragen zum Persönlichkeitsschutz der Opfer und der Angehörigen im Fokus (Punkt 5 des Ehrenkodex). Der Senat wird zudem untersuchen, inwieweit die Veröffentlichung von Videomaterial unmittelbar nach dem Anschlag den Polizeieinsatz gefährden hätte können.

Weitere Verfahren zu Opferschutz

Auch in weiteren Verfahren geht es um den Opferschutz, etwa in Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Fotos, auf denen Verletzte und Blutlachen nach dem Anschlag zu sehen sind.

Die betroffenen Medien werden die Einleitungsbeschlüsse in den nächsten Tagen erhalten; sie können innerhalb von zwei Wochen dazu schriftlich Stellung nehmen. Am 15. Dezember wird der Senat die Verhandlungen zu den Verfahren durchführen. Die betroffenen Medien können daran teilnehmen und haben noch einmal die Möglichkeit, sich zu äußern. Im Anschluss wird sich der Senat beraten und seine Entscheidungen treffen, die schriftlich an die Medien versendet und dann veröffentlicht werden.

 

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