"taz" druckt Rösler-Interview ohne Antworten
 

"taz" druckt Rösler-Interview ohne Antworten

Deutscher Parteichef gab Gespräch nicht frei

Ein Interview der deutschen "tageszeitung" (taz) mit Liberalen-Parteichef Philipp Rösler erscheint an diesem Dienstag ohne Röslers Antworten. Der Politiker habe sich zwar ausführlich geäußert, versicherte "taz"-Chefredakteurin Ines Pohl am Montag der Nachrichtenagentur dpa, doch bei der Autorisierung habe FDP-Sprecher Peter Blechschmidt die Äußerungen so nicht mehr freigegeben. Blechschmidt bestätigte die Entscheidung.

Rösler sei durchaus bereit, über Persönliches zu sprechen, sagte der Sprecher. Allerdings habe sich die Zeitung auf das Thema Hass konzentriert. Daraufhin habe die Parteizentrale entschieden: "In diesem Duktus sind wir mit dem Interview nicht einverstanden und geben es nicht frei."

Eine Stunde lang hätten zwei taz-Redakteurinnen mit dem Vizekanzler über Koalitionsstreit und Steuerpolitik, aber auch über Hassmails und Rassismus sowie Röslers asiatische Wurzeln gesprochen, heißt es im "taz"-Hausblog. Rösler habe auf alles geantwortet, doch bei der Zusendung zur Autorisierung hieß es laut "taz"-Hausblog seitens der FDP-Pressestelle, das Interview werde nicht freigegeben, weil Rösler sein asiatisches Äußeres im Wahlkampf nicht zum Thema machen wolle.

(APA/dpa)
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