Tamedia schafft voraussichtlich Übernahme von...
 

Tamedia schafft voraussichtlich Übernahme von Goldbach

Tamedia

Schon fast 90 Prozent der Goldbach-Aktien wurden dem Medienkonzern zugesagt.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 12/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Das Übernahmeangebot der Tamedia für den Werbevermarkter Goldbach Group hat mit dem Ende der Angebotsfrist eine entscheidende Hürde übersprungen: Tamedia kann nach aktuellem Stand 89,48 Prozent der Aktien übernehmen, die Übernahme komme somit voraussichtlich zustande. Für jene Aktionäre, die ihre Aktien noch nicht verkauft haben, gibt es eine Nachfrist bis 11. April. Der Verwaltungsrat der Goldbach Group AG hatte den Aktionären empfohlen, das Angebot anzunehmen.

Tamedia hatte am 22. Dezember ein öffentliches Angebot für die Aktie der Goldbach Group vorangemeldet, am 2. Februar wurde ein detailliertes Angebotsprospekt mit einem Preis von 35,50 Schweizer Franken (30,29 Euro) pro Aktie publiziert. Insgesamt beläuft sich der Kaufpreis somit auf 216 Millionen Schweizer Franken (184,37 Millionen Euro). Bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde wurde der Zusammenschluss am 7. März angemeldet, hier endet die Frist zur Stellung eines Antrags auf Prüfung des Zusammenschlusses im kartellgerichtlichen Verfahren am 4. April.

Mit der strategischen Partnerschaft verfolgen die beiden Unternehmen laut Eigenangaben das Ziel, den Schweizer Werbemarkt zu stärken und auch international – also in Österreich und Deutschland – Angebote weiterzuentwickeln. In Österreich ist Tamedia Teileigentümer der Gratiszeitung Heute. Mit der Partnerschaft soll dem Bedürfnis der Werbekunden nach innovativen Werbeformen entsprochen werden, hieß es weiters Anfang Februar: Darüber hinaus soll gemeinsam mit der Neo Advertising, an der Tamedia ebenfalls eine Mehrheitsbeteiligung erwerben wird, das Außenwerbegeschäft vorangetrieben werden. Die Goldbach-Gruppe soll als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Tamedia weitergeführt werden; Michi Frank bleibt CEO von Goldbach und wird obendrein Mitglied der Unternehmensleitung von Tamedia. Zu einem Personalabbau soll es den Unternehmen zufolge nicht kommen.

Kräftige Zahlen vor dem Deal
Beide Unternehmen haben im März nochmals starke Zahlen präsentiert. So stieg der Reingewinn der Goldbach Group im vergangenen Jahr um 34 Prozent auf 11,8 Millionen Franken (10,22 Millionen Euro), der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 511,5 Millionen Franken (436,60 Millionen Euro). Besonders gut entwickelt haben sich die Geschäfte in Deutschland, wo der Umsatz um 67 Prozent auf 13,6 Millionen Franken (11,6 Millionen Euro) gestiegen ist; die Schweiz bleibt mit 457,6 Millionen Franken (390,59 Millionen Euro) jedoch der größte Markt für Goldbach. Für Dienstleistungen im Bereich der Transaktions- und Rechtsberatung im Rahmen des Tamedia-Deals hatte Goldbach 1,5 Millionen Franken (1,28 Millionen Euro) ausgegeben.

Tamedia konnte 2017 seinen Reingewinn vor allem dank Sondereffekten um 39 Prozent auf 170,2 Millionen Franken (138,4 Millionen Euro) steigern, der Umsatz verminderte sich um drei Prozent auf 974,2 Millionen Franken (831,5 Millionen Euro). Von Konzernchef Christoph Tonini hieß es anlässlich der Bilanzpräsentation, dass man 2017 die Weichen gestellt habe, um das Angebot auszubauen – unter anderem durch die Übernahme von Goldbach.

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