Talkshows - Privatsender als Trendsetter
 

Talkshows - Privatsender als Trendsetter

Kommentar von Timo Niemeier

Der Fernsehmarkt in Österreich ist klein – aber manchmal sehr fein. Bei den politischen Talkshows etwa. Da stellt dann sogar ein ORF-Manager fest: Der größte Unterschied zu Deutschland ist, dass hierzulande selbst die Privatsender entsprechende Formate zeigen. Und darauf können die Privaten zurecht stolz sein, Österreich muss hier nicht mit Neid nach Deutschland blicken, sondern ist selbst ein Trendsetter. Eine politische Talkshow bei RTL? Unvorstellbar. Bei ProSieben? Selbst Stefan Raab hatte mit „Absolute Mehrheit“ so seine Probleme. Sat.1 hielt zwischen 2011 und 2013 erstaunlich lang mit „Eins gegen Eins“ durch – trotz durchweg miserabler Quoten.

Und in Österreich? Schon seit 2011 kämpft Puls 4 mit „Pro und Contra“ jede Woche um Zuschauer, davor hieß die Sendung „Talk of Town“. ATV hat sich vom klassischen Talkshow-Konzept verabschiedet und setzt mit „Klartext“ auf ein erfrischend anderes Format, das es vorher so noch nicht gab. Beide Sender können ­regelmäßig mit hochkarätigen Gästen aufwarten und machen dem ORF so Konkurrenz. Aber es ist auch ein starkes Signal an andere Privatsender, etwa in Deutschland: Seht her, auch wir können Polit-Talk und sind damit relevant.
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