Taktikwechsel bei Print
 

Taktikwechsel bei Print

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Ein erster Blick auf die ÖAK-Zahlen lässt Rückschlüsse auf teils neue Strategien in Medienhäusern zu.

Mit der am Mittwoch vorgelegten Jahresbilanz der Österreichischen Auflagenkontrolle lassen sich die heimischen Medienverlage einmal mehr tief in die Karten schauen. Ein erster Blick auf die Zahlen widerlegt vorerst einmal das Vorurteil vom Print-Siechtum: In fast allen Kategorien, mit der Ausnahme von Kauf-Wochenzeitungen und wöchentlichen Kauf-Magazinen, gibt es ein lebhaftes Auf und Ab bei der Höhe der verbreiteten Auflage im Jahresvergleich.

Zudem legen die Zahlen bei Betrachtung von Details etwa zu Gratis-Vertrieb, Verteilungen und Selbstbedienungs-Entnahmen nahe, dass einige Medienhäuser verbreitete Auflagen bewusst gesenkt haben, um Kosten-Nutzen-Relationen zu steigern. Ein Beispiel dafür ist etwa die Kronen Zeitung, die die Sonntagsauflage mit minus vier  Prozentpunkten in proportional weit größerem Maß reduzierte als die Wochentagsauflage. Den umgekehrten Weg geht der Kurier, der die verbreitete Auflage unter der Woche reduzierte, dafür aber die Sonntagsausgabe annähernd stabil hielt. Unter der Woche besonders punkten konnten zudem die Oberösterreichischen Nachrichten und die Salzburger Nachrichten: Beide steigerten ihre verbreitete Auflage unter der Woche um jeweils zwei Prozentpunkte. Einen Zuwachs um einen Prozentpunkt konnte wiederum die Presse am Sonntag erreichen. Stabil unter der Woche und am Sonntag blieb darüber hinaus die Kleine Zeitung. An der Position und dem Ranking auf dem Kauf-Tageszeitungsmarkt hat das allerdings nichts geändert.

Positives gibt es auch von den Kauf-Monatsmagazinen zu vermelden: Von elf Titeln konnten fünf (Autorevue, Gewinn, Alles Auto,  Welt der Frauen und Lust aufs Leben) ihre Auflagen steigern.

Die Bilanz der Wochenmagazine ist geprägt durch die Repositionierung von News, das die verbreitete Auflage um ein Viertel reduzierte. Unverändert weisen jedoch die wöchentlichen Kauf-Titel der VGN vereint eine Auflage jenseits der halben Million auf. Angeführt wird die Kategorie weiter von der Ganzen Woche. Im Gratis-Bereich dominiert weiterhin die RMA, die mit zusammen 3,34 Millionen verbreiteter Auflage auch absoluter Auflagenkaiser bleibt.

Nicht möglich sind ganzjährige Vergleiche bei den Titeln des Medienhauses Österreich, das durch den Umstieg in die jeweiligen Gratis-Kategorien der ÖAK diesmal bei der Jahresschnitt-Auswertung"pausiert".

Details und Analysen zum heimischen Printmarkt lesen Sie nächste Woche im ÖAK-Report des HORIZONT.

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