Tagung "Zukunft des Journalismus"
 

Tagung "Zukunft des Journalismus"

Bei der Zukunfts-Tagung schienen Medienwissenschaftler und Journalisten einig: Qualität und Professionalität im Journalismus wird sich durchsetzen.

Der Begriff der "Todesspirale des Journalismus" fiel auf der Tagung zur "Zukunft des Journalismus" der US-Botschaft und des Kuratoriums für Journalistenausbildung in Wien nicht nur einmal. Dies stimmte viele Medienkenner aber eher optimistisch, wie Kommunikationswissenschaftler Christoph Fasel von der Uni Calw beispielsweise meinte: "Der Qualitätsjournalismus wird seine Rolle behaupten und überleben". Dazu müsste die Zeitungen jedoch auch angemessen auf die aktuelle Medienkrise reagieren, die Qualitätszeitungen müssten deutlich teurer werden, wenn die Leser und Anzeigen weniger werden. Einsparungen seien der falsche Weg, denn Konstenreduktionen gingen wiederum zu Lasten der Qualität und führten in die "Todesspirale des Journalismus". Zudem sieht Fasel ein Problem in den Bemühungen mancher Medien, User-generated-Content zu publizieren: "Wir wollen auch nicht von 'Bürgerpiloten' nach Mallorca geflogen werden oder von 'Bürgerchirurgen' operiert werden".



Zeitungen werden elitärer
Die Tendenz scheint für die Medienexperten dahin zu gehen, dass Zeitung-Lesen elitärer wird: Während Printmedien teurer werden und von weniger Menschen konsumiert werden, steht für "die Masse" ein Fülle an kostenlosem Content mit geringem Qualitätsanspruch im Web zur Verfügung. "Die Zeitungen müssen das machen, was sie am besten können", erklärt auch der US-amerikanische Medienanalyst Rick Edmonds vom Poynter-Institut. Die Zeitungen würden zwar teurer, aber letztendlich erhalten bleiben. Aber: Investitionen in neue Technologien seien unvermeidbar. Claus Reitan, Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Furche" möchte den Journalismus als Profession definieren und schützen lassen: "Das soll nicht zu einer abgehobenen Priesterkaste führen, gewisse Grundbegriffe sollte jedoch jeder Journalist kennen".



Internet ist nicht Schuld an der Misere
Dass das Internet nicht schuld sei an der Medienkrise, betonte der "Profil"-Redakteur Emil Bobi: "Das Internet zeigt uns nur, was wir sowieso falsch machen, zum Beispiel eine Agenturmeldung am Tag darauf zu verkaufen, obwohl sie heute bereits kostenlos zur Verfügung steht."



(Quelle: APA)
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