Tageszeitungsprojekt vor dem Aus
 

Tageszeitungsprojekt vor dem Aus

Reinhard Bimashofers geplantes Tageszeitungsprojekt "Guten Tag Niederösterreich" wird in letzter Sekunde auf Eis gelegt.

"Guten Tag Niederösterreich" sollte das neue Tageszeitungsprojekt für Niederösterreich heißen – befüllt mit positiven News, die Lebensfreude und Sinn vermitteln. Nun wird das Projekt noch vor dem geplanten Start auf Eis gelegt: Vier der rekrutierten Mitarbeiter haben das Handtuch geworfen, nachdem monatelange Anstellungszusagen seitens des Herausgebers nicht eingehalten wurden. Und das Projekt verfüge nicht über eine ausreichende Finanzierung, so der Vorwurf der "Beinahe"-Mitarbeiter. Nicht bestätigen will das der "Guten Tag Niederösterreich"-Herausgeber Reinhard Bimashofer. Zumindest die Finanzierung für den geplanten Postwurf der Nullnummer stehe, sagt er gegenüber dem Horizont. Anders klingt das aber in einem Brief an seine "Mitstreiter": Vier Seiten Inserat gelte es erst zu verkaufen, dann könne per Postwurf in die Niederösterreichischen Haushalte gestartet werden, schreibt Bimashofer in einem E-Mail.

Bereits am 1. Juni wollte der Journalist und Bildberichterstatter als Herausgeber und Chefredakteur die Nullnummer der Neo-Tageszeitung an sämtliche Niederösterreichische Haushalte versenden, danach sollte das Blatt in einer Auflage von gut 20.000 Stück von Dienstag bis Samstag an den Kiosken für einen Euro aufliegen. Nun kommt die tägliche Zeitung vorerst gar nicht heraus, bestätigt Bimashofer. Die weitere Verschiebung der Nullnummer begründet der ehemalige Adabei-Redakteur auch in seinem Schreiben an die auf-Anstellung-hoffenden verbliebenen Mitarbeiter mit dem "plötzlichen Personalengpass". Schon wenige Zeilen weiter aber heißt es: "Wir versuchen die Postwurf-Ausgabe zu verkaufen." Gelinge das, sollen mittels der Nullnummer nun nicht mehr nur Anzeigenkunden und Financiers, sondern auch neue Mitarbeiter für das Tageszeitungprojekt begeistert werden: "Wir strecken die Fühler in den Markt aus" – danach warte man auf etwaiges Interesse. Sollte es das nicht geben, "dann muss ich halt einsehen, dass Niederösterreich offenbar keine eigene Tageszeitung wünscht", so Bimashofer.

Lesen Sie mehr über das vorübergehende Ende des Tageszeitungsprojektes und die Vorwürfe der "Beinahe"-Mitarbeiter in Horizont 39/2004, der am 24. September 2004 erscheint.

(jed)

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