Tag des Qualitätsjournalismus 2013
 

Tag des Qualitätsjournalismus 2013

Rückblick und Bilder

In der Raiffeisen Zentralbank am Stadtpark in Wien fanden sich am 30. April zahlreiche Medienschaffende beim dritten Tag des Qualitätsjournalismus ein - einer gemeinsamen Veranstaltung des Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und des Manstein Verlags. Zentrale Themen waren die Sicherung der Qualität im Journalismus, mögliche neue Finanzierungsmodelle, Wirtschaftsberichterstattung in den Medien und User generated Content (UGC).

Medien als Einheit im Netz

Die Keynote hielt Konrad Paul Liessmann, Universitätsprofessor für Philosophie in Wien. Ihm zufolge haben die digitalen Medien das traditionelle Bild des Journalismus schon lange verändert. Heute könne jeder unabhängig von Ort und Zeit an Informationen kommen. Liessmann ging auch darauf ein, wie sich Printmedien von ihren digitalen Pendants unterscheiden: "Ein Printmedium stellt durch seine Gestaltung eine Einheit dar. Wer eine Zeitung aufschlägt, hat unterschiedliche Inhalte zur Verfügung, weiß aber, dass er sich immer in ein und derselben Zeitung bewegt." Dies gehe im Internet verloren. Liessmanns Fazit: "Wenn die Zukunft des Qualitätsjournalismus auch in der virtuellen Welt gesichert werden soll, müssen sich die Medien den Kopf darüber zerbrechen, wie sie dort als Einheit auftreten können."

Neue Finanzierungsmodelle finden

Im anschließenden Panel wurde diskutiert, wie sich Journalismus künftig gewinnbringend finanzieren lässt. Laut Eugen A. Russ von Russmedia geht es den österreichischen Medien im internationalen Vergleich noch hervorragend: "Wir sind eine Insel der Seligen." Es sei an der Zeit, sich neue Modelle wie Paid Content oder Paywalls anzusehen. Der Kommunikationswissenschaftler Josef Trappel stimmte ihm zu, "aber wir müssen unser eigenes Modell erfinden".

"Das nächste große Ding"

Ein weiteres Thema war User generated Content (UGC). Die Geschäftsführerin von derstandard.at, Gerlinde Hinterleitner, bezeichnete UGC als "das nächste große Ding". Ihrer Auffassung nach müssen Journalisten eine neue Rolle spielen, denn die User wollen mitreden, und das müsse man ernst nehmen. Thomas Götz von der Kleinen Zeitung sprach hingegen von Negativ­Erfahrungen: "Die Beiträge der User sind meist unsäglich und müssen beseitigt werden."

Wirtschaftsthemen überall

Bei der zweiten Podiumsdiskussion ging es um die Komplexität von Wirtschaftsthemen und die Bemühungen, diese für die Rezipienten aufzulösen. "Im ORF gab es noch nie so viel Wirtschaftsberichterstattung wie heute. Wir versuchen die Thematik zu vereinfachen", erklärte ORF-Magazinchefin Waltraud Langer. Dass sich Wirtschaft zu einem omnipräsenten Thema entwickelt, bejahte auch Andreas Lampl, Chefredakteur "Format" und "trend". Man spüre in den letzten Jahren durchaus eine Verbreiterung der Wirtschaftsberichterstattung.

Mehr dazu in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 18/2013 (ET: 3. Mai)
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