Tabula rasa bei Premiere
 

Tabula rasa bei Premiere

Der neue CEO, Mark Williams, räumt auf bei der deutschen Pay-TV-AG.

Neue Besen kehren bekanntlich gut. Mark Williams, Murdoch-Abgesandter und neuer CEO der Premiere AG, setzt erste Zeichen. Der Sender hat gestern abend eine Gewinnwarnung ausgesandt: Premiere rechnet für 2008 mit einem negativen EBITDA, sprich mit einem Verlust zwischen 40 und 70 Millionen Euro, wie es in der Aussendung heißt. Als Konsequenz dieser mauen Prognose wurden bereits Gespräche mit den Banken über die Restrukturierung von Kreditvereinbarungen aufgenommen. Premiere zeigt sich aber zuversichtlich bezüglich einer Einigung mit den Banken.




Parallel dazu wurde der Abostamm des Senders offenbar nach Karteileichen durchgeforstet. Das Ergebnis: eine neue Klassifizierung der Abonnenten. Nach dieser Grundlage zählt Premiere am 30. September 2008 insgesamt 2,411 Millionen direkte Abonnenten. 2,293 Millionen davon haben mindestens ein Programmpaket abonniert, 118.000 beziehen das Programm via Pay-Per-View und anderen Pre-Paid-Angebote von Premiere-Flex. Aus dieser Abozahl resultiert ein durchschnittlicher Programmumsatz pro Abo (der Programm-ARPU) aus 24 Euro während des 3. Quartals 2008. 



904.000 Abonnenten wurden aus dem Stamm gelöscht - sie bestanden entweder aus Veträgen mit GEschäftspartnern, aus denen keine Abo-Aktivitäten resultierten oder aus denjenigen Abonenntne, die noch über eine Premiere-Smartcard verfügen - ein solches Abo ist mittlerweile beendet.




Und im Zuge der gesamten Aufräumaktion kam es auch gleich zu einer Amtsniederlegung: Finanzvorstand Alexander Teschner hat sein amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Mark Williams die Verantwortung des Finanzressorts.




Williams hat bereits den italienischen Pay-TV-Sender der News Corp., Sky Italia, restrukturiert und sarniert. Ähnliches könnte jetzt der Münchner AG bevorstehen - in einem atemberaubenden Tempo. Schließlich ist Williams erst seit 3 Wochen im Amt. Sein Ziel ist es, aus Premiere einen profitablen, erstklassigen Pay-TV-Sender  zu machen. Doch davor wird ersteinmal Tabula Rasa gemacht, auf Basis eines knackigen "Strategic Review".



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