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Summit: TV-Sender rüsten sich für das digitale Streaming-Zeitalter

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Betrachtet man die TV-Bevölkerung ab 14 Jahren, so entfallen 81,2 Prozent der gesamten Bewegtbildnutzung auf klassisches Fernsehen. Das zeigen die Ergebnisse der Bewegtbildstudie 2017 von AGTT und RTR.
Betrachtet man die TV-Bevölkerung ab 14 Jahren, so entfallen 81,2 Prozent der gesamten Bewegtbildnutzung auf klassisches Fernsehen. Das zeigen die Ergebnisse der Bewegtbildstudie 2017 von AGTT und RTR.

TV-Macher, die auch am Werbeplanung.at-Summit diskutieren werden, sind sich einig: Videostreamingdienste werden klassisches Fernsehen zunehmend ergänzen, aber nicht vollständig ersetzen.

Dieser Artikel erschien auch in der HORIZONT-Printausgabe 23/2017 vom 9. Juni. Hier geht's zum Abo.

Videostreamingdienste mischen die Branche auf. Ein Blick in die USA zeigt, dass sich der Markt im Umbruch befindet. Aktuell nutzen nur noch 60 Prozent der amerikanischen Haushalte das klassische Fernsehen, während 40 Prozent der US-Bürger die Fernsehinhalte bereits auf Videostreamingdiensten rezipieren. Der repräsentativen Umfrage der Fernsehanstalten im Auftrag des Bitkom-Branchenverbands nach, ersetzt jeder dritte Nutzer von Videostreaming (33 Prozent) ab 14 Jahren das klassische Fernsehen ganz oder teilweise durch Videostreamingdienste. Und jeder vierte Nutzer von Videostreaming (25 Prozent) kann sich vorstellen, in Zukunft komplett auf das lineare TV-Programm zu verzichten. Hierzulande zeigt sich allerdings ein etwas anderes Bild - diskutiert wird das auch beim Werbeplanung.at-Summit am 4. Juli.

Lineares TV dominiert Nutzung

"Fernsehen von Morgen" sei laut oe24.TV-Geschäftsführer Niki Fellner schon heute präsent und werde künftig noch stärker digital getrieben werden: "Der Stellenwert von Streaming wird noch stärker zunehmen. In der Nutzung wird Fernsehen auf allen Devices von mobile als wichtigstem Device bis hin zu Smart-TV und Desktop bedeutender, ebenso wie plattformübergreifendes TV mit Facebook Live et cetera." Doch hierzulande vollzieht sich der Wandel des Medienkonsums langsamer als angenommen - das klassische Fernsehen dominiert nach wie vor die Bewegtbildnutzung. "Die Nutzung von unterschiedlichen Bewegtbildangeboten wird stark durch die einzelnen Lebensphasen der Konsumenten beeinflusst. Fernsehen ist dank der assoziierten Parameter wie Entspannung, Wissen und Gefühl das unangefochtene Unterhaltungsmedium", sagt Sandra Machal, Head of Campaign Management ProSiebenSat.1 Puls 4. Diese Aussage untermauert auch die repräsentative Bewegtbildstudie 2017 von AGTT und RTR, durchgeführt von der GfK Austria unter 4.000 Österreicher über 14 Jahren. Sie zeigt, dass lineares TV die beliebteste Art bei den Österreichern ist, um Bewegtbild zu konsumieren und Streaming aktuell noch einen geringen Anteil in der Bewegtbildnutzung ausmacht.

Betrachtet man die TV-Bevölkerung ab 14 Jahren, so entfallen 81,2 Prozent der gesamten Bewegtbildnutzung auf klassisches Fernsehen. Bei 7,1 Prozent handelt es sich um TV-Programm, das aufgenommen (3,4 Prozent) oder live über die Mediatheken (3,7 Prozent) angesehen wird. 11,7 Prozent entfallen auf Video-on-Demand-Plattformen. Danach richtet sich auch die Strategie des ORF, nämlich "hochwertigen TV- und Radiocontent auf allen relevanten digitalen Devices in optimaler Qualität anzubieten", sagt Thomas Prantner, stellvertretender Direktor für Technik, Online und Neue Medien. Die ORF-TVthek sei die zentrale Live-und On-Demand-Plattform des ORF und eine Ergänzung, jedoch kein Ersatz für das lineare TV: "Der klassische TV-Konsum in Österreich und beim ORF liegt noch immer ganz klar vor den neuen Medien. Dennoch ist es entscheidend, dass wir die Vernetzung und Verschränkung zwischen TV, Radio, Online und mobilen Angeboten weiter vorantreiben", so Prantner. Damit wolle man dem neuen Mediennutzungsverhalten nach zeit- und ortsunabhängigem Medienkonsum Rechnung tragen.

Ganz obsolet wird klassisches TV wohl also nicht so schnell. "Das eine schließt das andere auch nicht aus. Streaming wird klassisches Fernsehen ergänzen und komplementär genutzt werden", sagt Fellner. Das sieht auch Machal so: "Video-on-Demand-Plattformen ersetzen klassisches TV nicht, sondern ergänzen dieses." Und wie sieht Prantner zufolge "Fernsehen von Morgen aus"? "Internationales, nationales und regionales Live-Information-TV rund um die Uhr, spannende Hintergrunddokus und Reportagen, Top-Unterhaltung und Comedy, Qualitätskultur aus Österreich - und das alles linear, online und mobil. Fernsehen wann und wo Sie wollen."
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