Suizid-Bericht: Presserat rügt 'Österreich'
 

Suizid-Bericht: Presserat rügt 'Österreich'

Die Tageszeitung hat gegen den Ehrenkodex der österreichischen Presse verstoßen. Grund: Berichterstattung über den Tod des Schauspielers Robin Williams

Die Tageszeitung "Österreich" hat gegen den Ehrenkodex der österreichischen Presse verstoßen. Grund für die Rüge des Presserats war die Berichterstattung über den Tod des Schauspielers Robin Williams. Mit der Schlagzeile "Selbstmord aus Geldnot" sowie dem dazugehörigen Artikel habe "Österreich" den Persönlichkeitsschutz des Betroffenen verletzt, wie am Freitag mitgeteilt wurde.

Der Hollywood-Star war im August tot in seinem Haus aufgefunden worden, eine Untersuchung hat im November schließlich Suizid als Ursache bestätigt. Im Artikel, der am 14. August in "Österreich" erschienen ist, wurde über die Gründe des Selbstmordes spekuliert sowie die Art und Weise detailliert geschildert. Dies birgt dem Presserat zufolge "die Gefahr, dass andere Menschen, die suizidgefährdet sind, die Methode nachahmen". Zwar sollte das Thema nicht tabuisiert werden, allerdings seien "die Grenzen bei der Suizidberichterstattung" einzuhalten. In manchen Printmedien sei dies zuletzt nicht der Fall gewesen.

Der Presserat hat das Verfahren aus eigener Wahrnehmung eingeleitet. Von der Möglichkeit, daran teilzunehmen bzw. eine Stellungnahme abzugeben, hat die Medieninhaberin von "Österreich" nicht Gebrauch gemacht. Bis dato hat sich "Österreich" nicht der Schiedsgerichtsbarkeit des Presserates unterworfen.
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