Süddeutsche Zeitung startet NRW-Regionalteil
 

Süddeutsche Zeitung startet NRW-Regionalteil

Die Großverlage in Nordrhein-Westfalen reagierten mit der Kündigung des SZ-Vertriebs.

In friedlichem Einklang versorgten bislang vier Verlagshäuser fast 18 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen von Montag bis Samstag mit Lesestoff. Der WAZ-Konzern beherrschte das Ruhrgebiet, Rheinische Post und Westdeutsche Zeitung den Niederrhein und DuMont Schauberg die Kölner Bucht. 2,01 Millionen Exemplare wanderten täglich in die Briefkästen der Abonnenten oder über den Ladentisch. Doch nun sind die Zeiten harmonischer Koexistenz im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands vorbei. Anfang November startet die Süddeutsche Zeitung (SZ) mit 20 Mitarbeitern einen achtseitigen Regionalteil in NRW. Ein riskantes Projekt in Zeiten zusammenbrechender Anzeigenmärkte und größtenteils rückläufiger Abozahlen. Ziel der Münchner ist vermutlich, mit einem NRW-Teil vor allem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) Konkurrenz zu machen. Denn diese hat überregional einen wesentlich stärkeren Stand als die SZ. Mit diesem Ansinnen machten sich die Süddeutschen keine Freunde. Die Verlagshäuser, die bisher die SZ mit-vertrieben, kündigten die Verträge. Die SZ will jetzt in NRW einen eigenen Vertrieb aufbauen. (gk)
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