Styria: Neue Südost-Impulse aus der Steiermar...
 

Styria: Neue Südost-Impulse aus der Steiermark

Christian Jungwirth
Markus Mair
Markus Mair

Weitere Expansion steht auf der Agenda der Styria. Vorstandsvorsitzender Markus Mair lotet aktuell Potenziale aus und fasst dabei auch neue Märkte ins Auge.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 10/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Die Styria Media Group stellt die Weichen für ihre Ausrichtung im internationalen Geschäft neu. Neben der personellen Neuordnung – der bisherige Vorstand Klaus Schweighofer als Geschäftsführer der Styria Media International – steht auch die weitere Expansion der Auslandsaktivitäten im Fokus, wie Styria-Vorstandsvorsitzender Markus Mair gegenüber HORIZONT skizziert. „Nach einer Phase der Konsolidierung unseres internationalen Portfolios ist es für uns aber ganz klar, nun weitere Chancen und Gelegenheiten in dieser Region auszuloten und zu sehen: Was passt zu uns, wo können wir unsere Stärken einsetzen, wo können wir mitgestalten?“, so Mair. In Kroatien wie auch in Slowenien habe sich in den vergangenen Jahren aus Sicht der Styria viel getan. „Klar ist: Der Markt in Kroatien ist für uns gut ausgeschöpft, und unser Fokus dort liegt derzeit darauf, unsere starken Tageszeitungsmarken 24sata, Vecernji list und Poslovni dnevnik weiterzuentwickeln.“ Die Styria ist am kroatischen Markt 100-Prozent-Eigentümer der Tageszeitung Vecernji list , die Ende der 90er-Jahre als erste am Markt den Schritt ins World Wide Web wagte. Weiters besitzt das Unternehmen unter anderem die führende kroatische Tageszeitung 24Sata und zahlreiche Onlineportale. Österreichs – gemessen am Umsatz – viertgrößter Medienkonzern betreibt dabei im Ausland nicht nur klassische Medienmarken, sondern wie hierzulande mit beispielsweise willhaben.at medienfremde Angebote. Auch die Expansionspläne beschränken sich nicht auf mediale Angebote: „Die Schwerpunkte der Styria liegen derzeit im nationalen und internationalen Medienmarkt sowie in den Marketplaces und Services. Wir werden uns mögliche neue Märkte auf dem Westbalkan ganz genau anschauen und dann entscheiden, was für uns sinnvoll ist, und unser Portfolio zielbewusst erweitern“, so Mair.

Umsatz treibt Expansion voran

Getragen werden diese Pläne auch von wirtschaftlichem Rückenwind. Im Jahr 2016 verbuchte die Styria Media Group 313,7 Millionen Euro Umsatz – und damit etwas weniger als im Jahr davor. Zahlen zum abgelaufenen Jahr sind noch nicht einsehbar, Mair spricht jedenfalls von einem „sehr erfolgreichen“ Jahr 2017. „Nicht zuletzt aus dieser Stärke heraus ist es uns möglich, unseren Horizont auch geografisch zu erweitern. Es ist folgerichtig, dies in einer Region zu tun, die wir bereits kennen und wo wir schon mit vielen Produkten und Projekten als wichtige Player auf dem Markt vertreten sind.“ Bekannt ist der Markt auch Klaus Schweighofer. „Als Medienmann mit Leib und Seele ist er unserem Konzern sehr verbunden und hat dessen Geschicke insbesondere in seinen neun Jahren als Vorstand, aber auch in etlichen weiteren Funktionen im gesamten Konzern entscheidend mitgelenkt, unter anderem auch bei der Expansion der Styria nach Kroatien und Slowenien“, so Mair. Schweighofer kenne diesen Markt und seine Besonderheiten wie kein Zweiter. „Es ist klar, dass es gewisse Antworten noch nicht gibt, aber wir evaluieren sie, weil sich die Frage, wo wir in Südosteuropa wachsen wollen, zwangsläufig stellt“, so Mair. „Wenn wir Geld einsetzen, müssen wir das sehr gut analysieren, keine Fehler in der Bewertung der Märkte machen und klare Entscheidungen treffen.“

Erfolg und Misserfolg

Dass Erfolg bei Auslandsaktivitäten unterschiedlich ausfällt und nicht immer planbar ist, zeigten in der Vergangenheit die Märkte Kroatien und Slowenien. Das Boulevardblatt 24sata entwickelte sich innerhalb von wenigen Jahren nach Gründung zum kroatischen Marktführer, in Slowenien hingegen musste die Styria nach einigen verlustreichen Jahren das Gratisblatt Zurnal samt zugehörigen Onlineplattformen 2014 einstellen. „Learnings muss man aus seiner Tätigkeit immer ziehen – sonst macht man etwas falsch“, so Mair angesprochen auf das unterschiedliche Abschneiden. „Was wir gelernt haben, bestätigt unser Vorgehen: Man muss sich seine Märkte und die entsprechenden Produkte gut ansehen, ausloten, wo Investition Sinn hat – und wo es, so schmerzlich es ist, auch angeraten ist, sich zurückzuziehen.“ Man sei als Medienkonzern knapp 3.000 Mitarbeitern verpflichtet „und sehen es als unsere Aufgabe, verantwortungsbewusst mit dem Vertrauen umzugehen, das sie uns tagtäglich mit hervorragender Arbeit beweisen. Die Strategie wird also weiterhin sein, unser Portfolio geschickt zu gestalten und es den Anforderungen der jeweiligen Märkte anzupassen.“

Digitales Wissen transferieren

Aus der unterschiedlichen Gebahrung der Märkte will die Styria weiterhin Learnings ziehen. Der digitale Markt in Kroatien sei viel weiter entwickelt, am kroatischen Tageszeitungsmarkt übersteigen – im Gegensatz zu Österreich – die digitalen Werbeerlöse jene aus Print, so Mair. „Die Prognosen sowie unsere tagtäglichen Erfahrungen zeigen, dass wir hierzulande mit Print immer noch sehr gut beraten sind. Es gilt aber, vorbereitet zu sein auf künftige Entwicklungen – und aus den vielen und guten Erfahrungen aus Kroatien heraus können wir hier in Österreich gut am Markt agieren und uns digitales Know-how holen.“

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