Studie: Regionalverlage kämpfen
 

Studie: Regionalverlage kämpfen

Die Unternehmensberatung Heidrick & Struggles sieht in einer Studie schwarz für die Zukunft von deutschen Regionalzeitungen.

Schwere Zeiten für Regionalzeitungen: Vor allem kleinere der 333 deutschen Blätter mit beschränktem Verbreitungsgebiet müssen der aktuellen Studie zufolge damit rechnen, in den nächsten Jahren in großen Zeitungsgruppen aufzugehen. Das meint zumindest Studienleiter Hans-Detlef Pries in der Studie der Unternehmensberatung Heidrick & Struggles. Verlage, die nicht mindestens 200.000 Zeitungen auflegten, müssten um ihre unabhängige Existenz bangen.

Die Umsätze der Regionalverlage gingen 2009 um zehn bis 20 Prozent zurück, von insgesamt 2,95 Milliarden auf etwa 2,5 Milliarden Euro, wie die Berater errechnet haben. Eine Erholung des Anzeigenmarktes ist laut Pries nicht zu erwartet. Zur Werbekrise und der Abwanderung junger Leser ins Internet kommt laut Studie auch ein Auflagenrückgang um jährlich etwa zwei Prozent.

Insgesamt sei die Umsatzrendite in den vergangenen Jahren von bis zu 30 Prozent auf durchschnittlich zehn Prozent gesunken. Pries schätzt, dass pro Jahr etwa fünf Prozent der Regionalzeitungen Konkurs machen werden. Neben kleineren Verlagen, die notwendige Veränderungen umsetzen, werden nach Pries' Einschätzung vor allem große Regionalverlage das Geschäft dominieren. Zu diesen Zeitungskonzernen gehörten etwa die Ippen-Gruppe, das Verlagsgruppe Madsack, die WAZ-Gruppe und die Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH). Erfolg wird der Studie zufolge haben, wer kundennah berichtet, einen guten Service bietet und neben lokalen Werbekunden auch Abonnenten umwirbt. Für die Studie wurden 50 Verleger, Geschäftsführer und Manager von Verlagshäusern interviewt.

(Quelle: APA/apn)
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