Studie: Mehrheit mit Meinungs- und Themenviel...
 
Studie

Mehrheit mit Meinungs- und Themenvielfalt im ORF zufrieden

ORF / APA

Die Mehrheit des Publikums ist mit der Meinungs- und Themenvielfalt in der Berichterstattung des ORF zufrieden. Das geht aus einer Studie aus dem vergangenen Jahr hervor, die im Rahmen einer Sitzung des ORF-Publikumsrats am Donnerstag präsentiert wurde.

Das SORA-Institut befragte im Oktober und November 2019, wenige Wochen nach der Nationalratswahl und lange vor der Coronakrise, rund 1.200 Personen zur Themen- und Meinungsvielfalt in der ORF-Berichterstattung. Am wichtigsten ist den Befragten in diesem Zusammenhang, dass die Berichterstattung sachlich und objektiv ist (85 Prozent). 60 Prozent (Summe der Antworten "trifft sehr zu" oder "trifft eher zu") sind der Meinung, dass das auf die ORF-Information zutrifft. Ebenso viele sind der Ansicht, dass unterschiedliche politische Meinungen vorkommen und 53 Prozent finden, dass die Berichterstattung nicht nur aus einem Blickwinkel erfolgt.


Mit der Meinungsvielfalt im ORF-Fernsehen ist die Mehrheit der Befragten (59 Prozent) zufrieden, elf Prozent sind es nicht. Mit diesen Werten liegt der ORF vor den anderen heimischen Medien, die abgefragt wurden. Auch bei der Themenvielfalt haben ORF-Radio und -Fernsehen die Nase vorn. Der bürgerliche Publikumsrat Andreas Kratschmar, der dem Gremium die Studie präsentierte, ortete dennoch Handlungsbedarf. Er wies darauf hin, dass zwischen den Anforderungen des Publikums an mediale Meinungsvielfalt und der wahrgenommenen ORF-Realität eine Kluft bestehe.

Der Publikumsrat verabschiedete außerdem eine Empfehlung, in der er den ORF für die "fundierte und seriöse Information" im Rahmen der Coronakrise lobte. Das Gremium spricht sich darin unter anderem für den Ausbau der Wissenschaftsberichterstattung aus, die sich besonders bewährt habe. Die in der Krise geänderten Rahmenbedingungen in der Produktion sollten dahin gehend überprüft werden, inwieweit sie einen Beitrag zur Effizienzsteigerung im Regelbetrieb leisten können, wird gefordert.

Die Sitzung fand erstmals per Videokonferenz statt. Möglich war das wegen einer Gesetzesänderung, laut der die ORF-Gremien auch virtuell tagen können, um in der Coronakrise handlungsfähig zu bleiben. Die Märzsitzung war wegen der Krise noch abgesagt worden.

Generaldirektor Alexander Wrabetz ließ im Rahmen der Plenarsitzung die vergangenen Wochen Revue passieren. Rund 340 Fernseh- und ebenso viele Radiosondersendungen des ORF seien im Zeichen der Coronakrise gestanden. Allein im TV seien rund sieben Millionen Menschen erreicht worden. Die Durchschaltung der "Zeit im Bild 1" soll vorerst noch bis Ende Juni fortgeführt werden, kündigte Wrabetz an. Der Start des Sportscreens des ORF-Players wurde aufgrund der Coronakrise auf kommendes Jahr verschoben.

In Bezug auf ORF 1 will Wrabetz "nicht die Flinte ins Korn werfen", sondern "viel Druck entfalten, dass die Dinge sich bessern". Golli Marboe, NEOS-Vertreter im Publikumsrat, hatte zuvor dafür plädiert, ORF 1 als einen mehrsprachigen mitteleuropäischen Sender neu zu gründen, ein Vorschlag, den Wrabetz "weder für realisierbar noch für sinnvoll" hält.

Auch zum Verdacht auf Datendiebstahl bei der ORF-Tochter Gebühren Info Service (GIS) nahm der ORF-Chef Stellung. "Ja, es hat hier eine missbräuchliche Datenverwendung im Darknet gegeben, von Daten, die aus der Sphäre der GIS gekommen sein könnten", sagte er. "Wir gehen der Sache nach." Sie werde in enger Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden untersucht, betonte er.

stats