Studie: „Die Zukunft der Medien“
 

Studie: „Die Zukunft der Medien“

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Das Zukunftsinstitut Kelkheim präsentiert eine neue Studie auf 120 Seiten

Das Zukunftsinstitut Kelkheim im deutschen Hessen wurde 1998 gegründet und hat sich seitdem als Institution im Bereich Trend- und Zukunftsforschung etabliert. In der aktuellen Studie „Die Zukunft der Medien“ gehen die Autoren Janine Seitz, Anja Kirig, Cornelia Kelber, Thomas Huber und Matthias Horx jenen Faktoren auf den Grund, die das Aufkommen neuer und das Verschwinden alter Medien beeinflussen – beleuchtet wurden dabei insgesamt 15 verschiedene Mediengattungen.

Diffusionsmedien versus Fokusmedien

Für die Aufbereitung der Daten haben die Autoren einen alternativen Ansatz gewählt und nicht – wie in vergleichbaren Studien üblich – mit einer Gliederung nach demographischen Zielgruppen gearbeitet. Vielmehr ging es darum, eine situative Unterscheidung vorzunehmen. Differenziert wurde hier zwischen der Nutzung von Difussionsmedien auf der einen Seite und Fokusmedien auf der anderen Seite – während man mittels eines Diffusionsmediums dem Wunsch nach Ablenkung und Berieselung nachgeht, dient ein Fokusmedium, der Name ist bezeichnend, dem Wunsch nach Konzentration und gezielter Information. Eine Differenzierung, entlang derer sich Medienunternehmen in Zukunft orientieren müssten, um erfolgreich zu sein, so die Empfehlung des Zukunftsinstituts Kelkheim.

„Alle wollen berieselt werden“

Fernsehen, Online-TV, Social Networks, Apps, Digital-Out-of-Home-Medien, Radio sowie Comics – all diese Mediengattungen dienen, glaubt man der Erhebung, in erster Linie der Diffusion. Es sei dabei zu beachten, dass das Bedürfnis nach Ablenkung von allen demographischen und sozialen Gruppen geteilt werden würde und nicht nur ein „Phänomen der Unterschicht“ sei. So konstatiert die Studie: „Auch Philosophieprofessoren erleben Momente, in denen sie nur in den Sessel fallen und sinnlos durch die Kanäle zappen wollen. Es sind diese Momente, um die es geht, nicht die formalen Bildungsabschlüsse der Nutzer.“

Neue Medien schaffen alte nicht ab

Im Kontrast dazu stehen die Fokusmedien – sprich jene Medien, die volle Konzentration des Rezipienten fordern und oft auch mit einem zeitlichen und finanziellen Aufwand einhergehen: Bücher, Videospiele, Kino, Live Events, Weblogs, Zeitungen und Zeitschriften sowie Edelserien – kurz: Medien, die in die Tiefe gehen.
Tendenziell ginge der Trend aktuell – ausgelöst durch die Macht des Internets - in Richtung Diffusionsmedien. Kürzer, jetztzeitiger, „cross-medialer“. Doch, so die Botschaft der Studie: „Kein Medium schafft jedoch ein altes vollkommen ab, jedes neue Medium verändert dafür die bestehenden.“

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