Streit um die Bilder aus Afghanistan
 

Streit um die Bilder aus Afghanistan

Den Militärschlägen in Afghanistan folgt in den USA ein Krieg um die Bilder.

Den Militärschlägen in Afghanistan folgt in den USA ein Krieg um die Bilder. Der Gegner in dieser Schlacht ist ausgerechnet jener Sender, der seit den Anschlägen vom 11. September wieder weltweit als Lieferant für exklusive Nachrichten ins Bewusstsein gerückt ist: CNN. Um ihre Stellung abzusichern, hatten die News-Fabrikanten aus Atlanta nach den Anschlägen einen Exklusiv-Vertrag mit Al-Dschasira geschlossen, jenem Privatsender mit Sitz in Katar, der als einziger mit Billigung der Taliban aus Afghanistan berichten kann. Dem Kontrakt zufolge dürfen konkurrierende US-Networks die Al-Dschasira-Bilder erst sechs Stunden nach CNN nutzen. Per Fax wies Al-Dschasira-Chef Mohammed Jasim Al-Ali die Networks auf den Exklusiv-Vertrag hin. Gehalten hat sich daran freilich keiner. Sowohl die ersten Einschläge, vor allem aber das Video, das Osama bin Laden dem arabischen Sender zuspielte, liefen auch in den USA auf allen Kanälen. Die CNN-Konkurrenten hatten kurzerhand selbst das Satellitensignal von Al-Dschasira aufgezeichnet und gesendet. Um den Image-Schaden zu begrenzen, argumentiert man bei CNN: Man halte es wegen der einzigartigen Umstände und des starken nationalen Interesses nicht für richtig, das Exlusivrecht auch durchzusetzen. (gk)
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