Streik in Frankreich führt zu Sendeausfällen
 

Streik in Frankreich führt zu Sendeausfällen

Das erste mal seit über drei Jahrezehnten sind die öffentlich-rechtlichen Sender in Frankreich heute geschlossen in den Streik getreten.

In Frankreich sind die Beschäftigten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erstmals seit über drei Jahrzehnten geschlossen in den Streik getreten. Damit protestieren die Mitarbeiter gegen die Pläne von Präsident Nicolas Sarkozy, die Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk abzuschaffen. Denn die Folge wären laut Gewerkschaft Mindereinnahmen von 1,2 Milliarden Euro pro Jahr im TV-Bereich und rund acht Prozent bei Radiofrance - ohne Vorschläge von Seiten der Regierung für einen Mittelersatz werden Abstriche bei Programm und Personal befürchtet.


Heute gab es bei France Télévisions und Radio France vielfach keine Nachrichten, Magazine im Radio wruden durch Musikeinspielungen ersetzt. Am Nachmittag ist eine Demonstration im Zentrum von Paris geplant.


Sarkozy ließ bereits versichern, die Werbeausfälle "Euro für Euro zu kompensieren". Auch zu Privatisierungen oder Kanaleinstellungen bei France Télévision werde es nicht kommen. Es solle lediglich die Qualität im öffenltichen Rundfunk durch die Unabhängigkeit von Werbegeldern gesichert werden. Als Werbeersatz will Sarkozy eine Steuer auf die dadurch erhöhten Werbeeinnahmen der Privaten sowie auf den Umsatz von Mobilfunkbetreibern und Internetanbietern erheben. Damit hat sich Sarkozy dem Vorwurf ausgesetzt, er wolle den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu Gunsten der Privatsender - deren Eigner er zum Teil ist - schwächen.

(dodo)

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