Streaming-Tipps: Hello, Binge-Watching!
 
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Die HORIZONT-Redaktion liefert eine völlig subjektive Auswahl an Serienempfehlungen – für den nächsten Lockdown oder auch die letzten kalten Wintertage.

Good Girls Revolt

Die fiktionalisierte Amazon-Serie basiert auf wahren Begebenheiten und zeigt den Berufsalltag weiblicher „Rechercheure“ – bis sie 1970 eine Sammelklage gegen ihren Verlag (gemeint: Newsweek) einreichen, um männlichen Journalisten gleichgestellt zu werden. Dass es trotz Lobeshymnen von Kritikern bei nur einer Staffel blieb, verstehen viele bis heute nicht. Eine gut gemachte, unterhaltsame (Journalismus-)Geschichte, die gesehen gehört.

Somebody Feed Phil

Um die Welt reisen, die aufregendsten Städte besuchen, mit Einheimischen das beste Essen kosten: Was Phil Rosenthal, der unter anderem das Drehbuch für „Alle lieben Raymond“ schrieb, in „Somebody feed Phil“ tut, hört sich in Pandemiezeiten an wie der schönste Traum. Vier sehr hungrig und reiselustig machende Staffeln zeigt Netflix, in denen Phil zubeißt und voller Genuss die Arme in die Lüfte schwingt. Das Zuschauen schmeckt.

Workin’ Moms

Achtung, Multitasking-Talente: Die kanadische Serie „Workin’ Moms“ wurde 2017 das erste Mal ausgestrahlt, 2019 erfolgte die Erstveröffentlichung auf Netflix. In der Hauptrolle vier Mütter, darunter Catherine Reitman (Bild), die ihren Job in einer renommierten PR-Agentur und das Mutterdasein mit einigen Hoppalas unter einen Hut bringt. Genial nah an der Realität.

Riviera

Glamour. Style. Mord. Geld – das sind die Erfolgszutaten der bereits in der dritten Staffel auf Sky laufenden Serie „Riviera“. Julia Stiles spielt in der britischen Thriller-Serie die Hauptrolle und behauptet sich nach dem Mord an ihrem superreichen Künsthändlermann in der Kunsthandelmafia – und verwandelt sich vom Engel zum goldenen Gift. Eskapismus vom Feinsten.

Queen of the South

Teresa Mendoza flieht aus Mexiko in die USA und steigt dort um des Überlebens willen ins Drogengeschäft ein. Ihre einzige Chance sieht sie darin, selbst die Macht in der Schmugglerszene zu ergreifen und die Chefin des Kartells, für das sie arbeitet, vom Thron zu stoßen - und baut daraus ihr eigenes internationales Drogenimperium. 

Brooklyn Nine-Nine

Die Comedyserie auf Netflix ist ein Vorreiter in Sachen Diversität auf dem Screen. Auch, wenn der Humor manchmal etwas flach und die Charaktere der New Yorker Detectives überspitzt erscheinen mögen, dringt die scharfe Kritik an politischen und sozialen Strukturen, Rassismus und gesellschaftlicher Ungleichheit sehr deutlich durch.

Bingewatching: Streaming-Tipps

Die Brücke – Transit in den Tod

Skandinavische Klassik in der bewährten Kombination aus düsterer Szenerie und packenden Kriminalfällen bringt „Die Brücke“ in vier Staffeln, bei der ein Ermittlerduo aus Dänemark und Schweden in verschiedenen Mordfällen ermittelt. Bemerkenswert dabei vor allem die Rolle der Kommissarin Saga Norén, die als Person von Episode eins weg an den Bildschirm fesselt.

Fauda

In drei Staffeln besticht die israelische Serie vor allem durch jede Menge Action, geprägt durch israelische Streitkräfte auf der Jagd nach Hamas-Terroristen. Hinter all den Verfolgsungsjagden, Explosionen und Schusswechseln zeigt „Fauda“ allerdings auch tiefe Einblicke in eine Region und ihre politischen als auch kulturellen Unterschiedlichkeiten und Auseinandersetzungen. Die New York Times kürte die Serie zur besten ausländischen Serie des Jahres 2017.

Gangs of London

Seinen Ausgangspunkt nimmt die Sky-Serie in der Ermordung von Finn Wallace, Chef eines von London aus agierenden international agierenden Verbrechersyndikats. Sein Sohn will den Tod des Vaters rächen, was nicht nur zu packenden Actionszenen, sondern auch sprichwörtlich zu Leichenbergen führt. Nichts für schwache Nerven.

The Last Kingdom

Intrigen, Kriege und viel Blut bietet „The Last Kingdom“, dessen erste Staffel 2015 erstmals auf Netflix ausgestrahlt wurde. Die Serie spielt im neunten Jahrhundert zur Zeit und am Hof von Alfred dem Großen. Uhtred, Sohn eines Aristokraten wird von Wikingern entführt, wächst bei ihnen auf, flieht aber wieder, um als Außenseiter an der Seite der Angelsachsen zu kämpfen.

Swedish Dicks

Zwei ungleiche schwedische Privatdetektive, die es nach L.A. verschlagen hat, der eine verkrachter Ex-Stuntman, der andere gescheiterter DJ. Und dann noch ihre wunderbar schräge nordkoreanische Putzfrau sowie Assistentin. Ursprünglich vom Streamer Viaply produziert, bietet die Comedy hohe Gagdichte – und Keanu Reeves in einer wiederkehrenden Gastrolle.

Matrjoschka

Tragisch-komisch, liebenswert, tiefgründig und politisch höchst unkorrekt. „Matrjoschka“, oder im Originaltitel „Russian Doll“, feierte 2019 Premiere auf Netflix und erzählt die Geschichte der Computerspiel-Designerin Nadia, die in der Nacht ihres 36. Geburtstages stirbt, aber sofort wiederaufersteht und den Abend in Endlosschleife immer und immer wieder erlebt.

Der Artikel ist zuerst in der Ausgabe 8/2021 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken.



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