,Stimmungsbild: Sonnig, aber noch kalt´
 

,Stimmungsbild: Sonnig, aber noch kalt´

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Stimmungsbild hellt sich etwas auf: Peter Drössler (Fachverband Werbung), Thomas Schwabl (marketagent.com), Tamara Ramach (Referentin Geschäftsstelle Fachverband). (c) FVW
Stimmungsbild hellt sich etwas auf: Peter Drössler (Fachverband Werbung), Thomas Schwabl (marketagent.com), Tamara Ramach (Referentin Geschäftsstelle Fachverband). (c) FVW

Werbe-Optimismus-Index: „Zuversicht weiter im Steigen begriffen“, analysieren Peter Drössler, Fachverband Werbung, und Thomas Schwabl, marketagent.com.

„Der Optimismus der österreichischen Werbebranche ist weiter im Steigen begriffen. Das aktuelle Stimmungsbild der österreichischen Werbewirtschaft wird von mehr als der Hälfte der Befragten (56,5 Prozent) als „sehr beziehungsweise eher optimistisch“ eingeschätzt. Vor rund einem Jahr betrug dieser Wert mit 27,2 Prozent noch weniger als die Hälfte davon“, so Drössler. Nachsatz, gemäß dem Wetter vor der Tür am 19. Mai: „Es ist sonnig, aber noch kalt.“  



Der Werbe-Optimismus-Index analysiert Entwicklungen und Erwartungen in einem mehrstufigen System aus insgesamt vier Blickwinkeln - von den österreichischen Top 500-Auftraggebern, den Werbeagenturen, den Konsumenten und den Medien. Die heute, Mittwoch, präsentierte brandneue Ausgabe des Werbe-Optimismus-Index‘ zeichnet ein umfassendes Bild der Branchenkonjunktur des ersten Quartals 2010 und gibt einen Ausblick auf die nächsten 12 Monate – zum Download hier.  



„64 Prozent der werbetreibenden Wirtschaft senden sehr beziehungsweise positive Signale, bei den Agenturen sind es nur knapp über der Hälfte (51,9 Prozent) der Befragten, die gleichermaßen euphorisch über das aktuelle Stimmungsbild urteilen. Abgesehen von der signifikanten Differenz waren es bisher die Agenturen, die optimistischer waren“, konstatiert Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl, der die Studie im Auftrag des Fachverband Werbung durchführt.  



„Waren es im Jänner 2010 nur knapp 16 Prozent der Befragten, die eine Zunahme der Werbeaktivtäten im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres einschätzten, sind es nun bereits 30,5 Prozent der Befragten, die sich so positiv zeigen“, so Drössler. Als Einflussfaktoren für die Stimmung in der österreichischen Werbewirtschaft seien sowohl die heimische als auch die gesamteuropäische Wirtschaftsentwicklung tonangebend – letztere deutlich stärker als noch im Jänner 2010. „Mit sehr großem Abstand ist aber nach wie vor der Inlandskonsum wichtigster wirtschaftlichster Impulsgeber in Österreich“, führte Schwabl aus.  



Beim Ausblick auf die künftige Entwicklung nimmt der Optimismus weiter zu: 44,3 Prozent der Befragten glauben an eine Zunahme der Werbeaktivitäten innerhalb des nächsten Jahres. „Damit ist dieser Wert auf höchstem Niveau seit Erhebungsbeginn der Werbe-Optimismus-Index im Juli 2008“, so Marktforscher Schwabl. „Im Vergleich zum Dezember 2008 ist der Wert um 32 Prozentpunkte gestiegen“. Grundsätzlich zeige sich wieder eine positivere Haltung bei der werbetreibende Wirtschaft als bei den Agenturen.  



Bei der Verteilung des Marketingbudgets sei nach wie vor deutlich zu erkennen, dass die Mehrheit des Budgets der werbetreibenden Unternehmen in die Klassik fließt. Ein Trend setzt sich jedoch klar weiter fort: Etwa ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass Online Werbung in den nächsten zwölf Monaten stark zunehmen wird. Mit großem Abstand dahinter auf Nummer zwei befindet sich Mobile Marketing (8,4 Prozent).  



Weiterer Lichtblick: „Zwar ist die Entwicklung der personellen Kapazitäten im Vergleich zum Jänner 2010 leicht rückläufig, dennoch planen rund 22 Prozent eine Teamerweiterung“, so Schwabl über den aktuellen Trend. „Verglichen mit den „April 2009“-Daten, sind die offenen Stellen um 15,5 Prozent zurück gegangen und die Zahl der arbeitslosen Werbefachleute um 4,2 gestiegen“, ergänzte Drössler.  



Nachtrag Eins: Die Daten wurden unter 131 „entscheidungsbefugten Personen in österreichischen Werbeagenturen, Kommunikationsverantwortliche auf den Top-500 werbetreibenden Unternehmen" zwischen dem 14. April und 10. Mai erhoben – also inmitten der „Griechenland-Rettung“, aber noch vor dem „Euro-Fallschirm“ der EU.  



Nachtrag Zwei: Vorbehaltlich der für 8. Juni in Wien angesetzten Wahl wird die Präsentation des „Werbe-Optimismus-Index“, Welle 8, der letzte Auftritt von Peter Drössler als Fachverbandsvorsteher sein. Nachdem die Wahlen zu den Fachgruppen im März in allen neun Bundesländern Vertreter des Wirtschaftsbundes als Fachgruppen-Vorsteher ergeben haben, dürfte der auf der Grünen Liste kandidierende Peter Drössler keine Mehrheit mehr finden. Drössler bleibt jedoch als Stellvertreter des neuen Wiener Fachgruppen-Obmanns Michael Himmer (Wirtschaftsbund) weiterhin im Wirtschaftskammer-Bereich Werbung und Marktkommunikation aktiv.  



Anmerkung des Autors: Auch in der „Ära“ Drössler konnten Fachgruppen und Fachverband ihr prioritäres Anliegen, die ungeliebte „Werbesteuer“ zu eliminieren, einmal mehr nicht durchsetzen – ebenso blieb die Interessensvertretung der Kommunikationswirtschaft bei der Genese des umstrittenen „ORF-Gesetzes“ außen vor. Drössler hat, innerhalb des Rahmens der WKO, seine Sache ordentlich gemacht. Dennoch ist seinem Nachfolger (Nachfolgerin?) zu wünschen, dass die Belange der Kommunikations- und insbesondere der Werbewirtschaft noch mehr öffentliche Beachtung aber auch lobbyistisches Gewicht finden mögen! In diesem Sinne: Danke, Peter Drössler – und toitoitoi für Wien!
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