Das seit Juli im Eigentum von Franz J. Sauer und Gregor Josel befindliche Männermagazin ‚Wiener‘ erscheint am 17. Dezember mit neuem Layout und Logo
Inhaltlich schärfer soll er wieder werden. Zwar nicht so scharf wie zu Beginn der 80er Jahre, als er für das eine oder andere Skandalcover gut war. Aber auf jeden Fall schärfer als zuletzt. Die neuen Eigentümer des "Wiener", Franz J. Sauer und Gregor Josel, wollen dem Monatsmagazin in seinem 35. Jahr jedenfalls deutlich mehr Ecken und Kanten verpassen, mehr Profil verleihen und hie und da die Themenführerschaft in der Bundeshauptstadt übernehmen: „Wir wollen diese wirklich tolle und nach wie vor unheimlich starke Medienmarke in ihrer Positionierung als Österreichs einziges Männermagazin nachschärfen und wieder zu jener Präsenz führen, die sie sich unserer Meinung nach verdient“, erklärt Sauer, seit 15 Jahren Redakteur des "Wiener" und mit Stärken und Schwächen des Zeitschriftentitels vertraut.
Im Sommer 2015 hatte die Josel & Sauer GmbH den Monatstitel um einen nicht näher definierten Betrag von der Styria-Tochter Styria Medienhaus Sport GmbH & Co KG käuflich erworben. Seit August 2015 erscheint der "Wiener" nun unter der Ägide von Sauer und Josel, wobei die beiden das Magazin für heuer in seinem bisherigen Look & Feel belassen haben und hinter den Kulissen emsig den inhaltlichen und optischen Relaunch vorbereitet haben.
Erneut beschworen: der Zeitgeist Der neue "Wiener" wird mit der Jänner-Ausgabe, die am 17. Dezember 2015 erscheinen wird, das Licht der Welt erblicken: „Leser und Anzeigenkunden dürfen sich auf ein rundum erneuertes, nachgeschärftes Magazin freuen, das mehr Stellung bezieht und Haltung beweist, und seiner 35-jährigen Geschichte insofern Rechnung trägt, als dass es das Thema ,Zeitgeist‘ in aktuellster Medienform aufs Tapet bringt“, definiert Gregor Josel seine Pläne mit dem Magazin-Klassiker: „Und wir wünschen uns, dass der "Wiener" wieder ein wenig mitbestimmt, über welche Themen in dieser Stadt diskutiert wird. In Wien ist derzeit einiges los: Lokale entstehen, die Clubs sind gut besucht, tolle TV-Serien und Filme entstehen in Wien, sogar der Austropop erwacht aus seinem jahrzehntelangen Winterschlaf. Der "Wiener" sieht sich, wie immer schon, als Chronist derlei erfreulicher Entwicklungen. Und möchte gerne das eine oder andere Mal auch den Entdecker derartiger Geschehnisse geben.“
Strahlkraft der Marke intaktDie Wochen vor dem großen Relaunch ließen Josel und Sauer mit einer Tour durch Mediaagenturen und Besuchen bei den größeren Kunden des "Wiener" nicht ungenutzt: Was die beiden dabei erstaunt, ist die ungebrochene Strahlkraft der Marke "Wiener". Josel: „Generell bekommen wir viel Aufmunterndes zu hören, dass sich mit unserer Meinung deckt, dass der 'Wiener' ein Medium ist, das von einem kleinen, flexiblen Team eher erfolgreich geführt werden kann, als von einem ,Konzern-Tanker‘, der nicht so schnell auf neue Herausforderungen reagieren kann, wie wir das können.“ Sauer ergänzt: "Dass wir die Inhalte wieder schärfen und zuspitzen wollen, stößt ebenso auf positive Resonanz wie unser Zugang, dem 'Wiener' seinem Namen entsprechend wieder mehr Regionalität zu verpassen."
Die einstigen Reichweitenhöhenflüge des Wiener in den 80er Jahren, als es in Österreich kaum andere Monatsmagazine gab, die auch nur annähernd eine ähnliche Klientel bedienten, sehen Sauer und Josel nicht als schwerwiegende Hypothek: „Dass die einstmals ausgewiesenen zwölf Prozent Reichweite im heimischen Magazingeschehen anno 2016 nicht mal Wunschvorstellung sind, ist uns klar. Aber eine merkliche Steigerung sollte schon zu schaffen sein – zumal die erste Media-Analyse, die unsere Arbeit zu messen in der Lage ist, erst im Herbst 2016 veröffentlicht wird.“
Bewährte Mitstreiter, neue FührungWas das hinter dem "Wiener" stehende Team anbelangt, setzen Josel und Sauer eher auf Evolution, denn auf Revolution: „Wir arbeiten weiterhin mit dem bisherigen Team, wenn auch in anderer Konfiguration: Die Chefredaktion übernimmt ab der Relaunchausgabe Herausgeber Franz J. Sauer gemeinsam mit Jakob Hübner, einem 'Wiener'-Urgestein, das wir wieder für eine Rückkehr gewinnen konnten“, erklärt Josel. Der bisherige Chefredakteur Wolfgang Wieser bleibt dem "Wiener" als Autor erhalten. Die Vermarktungsagenden teilen sich wie schon bisher Michael Szirota als Key Accounter sowie Richard Fassl als Verkaufsleiter.
[Maximilian Mondel] Für das neue Layout des "Wiener" und die Art- Direktion des Monatstitels zeichnet Patrick Schrack verantwortlich. Zur Seite steht ihm dabei Zeitungs-Design-Legende Herbert Winkler.