Steine am Weg der Radiodigitalisierung
 

Steine am Weg der Radiodigitalisierung

Die Digitalisierung des Radios ist nur mehr eine Frage der Zeit, sofort wird die Verbreitungstechnologie DAB und DAB+ allerdings nicht eingeführt.

Vertreter der Regulierungsbehörde, RTR, der Kommunikationsbehörde Austria und von Radiosendern sind sich einig: Radio muss zwar auf längere Sicht digitalisiert werden, für die flächendeckende Einführung der Verbreitungstechnologie DAB und DAB+ seien aber noch zu viele Fragen offen. Wie man zu diesem Schluss kommt? - In den vergangenen Monaten wurden eine Bedarfserhebung zum Thema Digitales Radio durchgeführt und Empfehlungen erarbeitet, die nun präsentiert wurden.Wie RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl beispielsweise meint, müsse die Einführung des Digitalen Hörfunks in Österreich stattfinden, um das Radio wettbewerbsfähig zu haltenm allerdings plädiert er für eine gemeinsame europäische Vorgangsweise bei der Einführung.



Woran es laut den Experten unter anderem bislang noch gescheitert ist:



- Deutschland habe derzeit keinen Willen DAB beziehungsweise DAB+ großflächig zu launchen (Grinschgl)



- Die gesetzlichen Grundlagen für einen Regelbetrieb in Österreich würden fehlen (Michael Ogris, Behördenleiter der KommAustria)



Der ORF würde seinerseits die Digitalisierung des Radios begrüßen, "weile es mehr Programmplätze erlauben wird", so der Technische Direktor Peter Moosmann. Ihm schweben beispielsweise ein Ö3-Sport-Spartenkanal vor, in dem live von Fußballspielen oder Skievents berichtet wird, sowie ein Ö1-Inforadio. Genau wie die privaten Veranstalter lehnt der ORF indes die Abschaltung von UKW parallel mit einer flächendeckenden Einführung von DAB ab. Zum Umstieg gezwungen werden sollen die Konsumenten laut Moosmann oder Christian Stögmüller, Vorsitzender des Verbandes Österreichischer Privatsenderaber, aber nicht, vielmehr sollen sie von den Vorteilen des digitalen Radios überzeugt werden.



Die freien Radios stehen der Digitalisierung hingegen skeptisch gegenüber, weil sie eine Marktverdrängung fürchten. Helmut Peissl, Chef des Verbands Freier Radios Österreich, betonte, dass DAB und DAB+ für großflächige Versorgungsräume konzipiert sei, für den lokalen Hörfunk seien daher alternative, angepasste Technologien einzuplanen. Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORF-Sendetechniktochter ORS, gab zu berücksichtigen, dass bei der Einführung eines digitalen Übertragungsstandards ein Simulcastbetrieb über ungefähr 15 Jahre nötig sein werde. Wie das zu finanzieren sei, gelte es noch zu bedenken. Die jährlichen Betriebskosten für die Verbreitungsplattform Multiplex bezifferte Grinschgl mit "plus minus acht Millionen Euro".



(Quelle: APA)
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