Start ins terrestrische Privat-TV-Zeitalter
 

Start ins terrestrische Privat-TV-Zeitalter

Der kleine Weststeirische Lokalkanal WKK-TV geht als erster Privat-TV-Sender Österreichs via Hausantenne auf Sendung – Salzburg TV und LT1 streiten noch mit dem ORF.

Achtzehn Jahre nach Deutschland und immerhin vier Jahre nach Albanien ist es nun in Österreich so weit: Privat-TV sendet auch über Hausantenne. Vorerst allerdings nur in der Weststeiermark: WKK Lokal-TV heißt der Sender, der den dualen Fernsehmarkt in Österreich einläutet. Derzeit laufe schon der terrestrische Testbetrieb, "am Nationalfeiertag wird offiziell gestartet", freut sich WKK-Geschäftsführer Franz Scherz. Auch bei den anderen beiden mit terrestrischen Sendelizenzen ausgestatteten Lokal-TV-Stationen steht man in den Startlöchern: Das Bad Kleinkirchheimer BKK-TV soll in den nächsten 14 Tagen terrestrisch senden, TV Bad Ischl startet ab Mitte Dezember über Antenne.

"Bitte Warten" heißt es derweil noch in den Ballungsräumen. Stockende Verhandlungen mit dem ORF könnten etwa den terrestrischen Sendestart von Salzburg TV bis ins nächste Jahr verzögern: Für sein "Bundesland heute", das als Programmfenster weiterhin auf den Frequenzen der Ballungsraum-TV-Sender ausgestrahlt wird, will der Küniglberg nicht nur die Kernsendedauer, sondern auch die Werbezeiten vor und nach der Sendung sowie Ankündigungsminuten am Nachmittag. "Es steht", kommentiert Wolf-Dieter Holzhey, Chef des Linzer Ballungsraumsenders LT1, den Verhandlungsstatus. Erst im Anschluss an die Umschaltzeiten werde die Miethöhe für die ORF-Sendeanlagen verhandelt, meint Holzhey. Die derzeit vom ORF gewünschten Sendezeiten will Holzhey nicht einräumen: "Und wenn, dann müsste sich das extrem auf die Sendermieten auswirken." Sollten alle Verträge mit dem ORF unter Dach und Fach sein, könnte LT1 innerhalb von einer Woche über Hausantenne senden, weiß der Senderchef. Wunschtermin: Anfang Februar.

An einem schriftlichen Vorschlag in Sachen Sendezeiten bastle nun der ORF, sagt der Kaufmännische Direktor Dr. Alexander Wrabetz. "Wie gehen wir damit um, wenn wir Sendezeiten im Zuge der Regionalisierung des ORF ausweiten wollen", gelte es etwa abzuklären. Bis zur nächsten Sitzung des ORF-Stiftungsrats am 7. November sollen die Eckpunkte für den Vertrag feststehen.

Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe von Horizont (43/2002), die am 25. Oktober erscheint.

(jed)

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