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"Standard", "Presse" und "Wirtschaftsblatt" mit neuen Ethik-Richtlinien

Sollen "Objektivität, Unabhängigkeit und Redlichkeit weiter stärken"

Die drei österreichischen Tageszeitungen "Der Standard", "Die Presse" und "Wirtschaftsblatt" wollen in Sachen Ethik ein Signal an die Branche setzen und haben sich auf Initiative des "Standard" neue Richtlinien auferlegt. Im Ehrenkodex der österreichischen Presse würden längst nicht alle Fragen etwa im Umgang mit Einladungen beantwortet, argumentierten die Herausgeber Oscar Bronner und Alexandra Förderl-Schmid im "Standard" (Freitagausgabe).

Die Diskussionen über Korruption und Anfüttern zeigten positive Auswirkungen, meinen Bronner und Föderl-Schmid. Immer mehr Unternehmen würden sich interne Richtlinien geben und ethische Grundsätze definieren. "Auch der Journalismus braucht solche klaren Regeln, zumal wir Verstöße anderer kritisieren."

Die neuen Richtlinien sollen "die Objektivität, Unabhängigkeit und Redlichkeit weiter stärken", schreibt "Presse"-Chefredakteur Rainer Nowak. Dabei geht es vor allem um Transparenz: In Zukunft sollen demnach Berichte von und über Pressereisen, die auf Einladung eines Touristikunternehmens oder einer Organisation zustande kamen, auch so gekennzeichnet werden. Ausgeschildert werden soll künftig auch, dass für Testzwecke Autos, technische Produkte oder Kosmetikartikel zur Verfügung gestellt werden. Und Kollegen, die Aktien besitzen und handeln, würden ihre Depot-Zusammenstellung ab sofort ihren Ressortleitern oder der Chefredaktion melden, wenn bei ihrer Arbeit Interessenskonflikte drohen.

(APA)
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