"Stadlshow" wird abgesetzt
 

"Stadlshow" wird abgesetzt

ORF/Milenko Badzic
Alexander Mazza und Francine Jordi haben nicht genügend Zuschauer von der "Stadlshow" überzeugen können.
Alexander Mazza und Francine Jordi haben nicht genügend Zuschauer von der "Stadlshow" überzeugen können.

ORF, ARD und SRF beerdigen die Neuauflage des "Musikantenstadls"

Mit der "Stadlshow" wollten ORF, ARD und SRF eigentlich das angestaubte Image des "Musikantenstadls" aufhübschen und der Sendung wieder zu mehr Popularität verhelfen. Vor allem wollte man mehr junge Zuschauer ansprechen - eine Frischzellenkur eben. Nun steht fest: Die "Stadlshow" hat keine Zukunft. Wie der ORF am Dienstagvormittag bekannt gab, habe man sich mit der ARD und dem SRF darauf verständigt, keine weiteren Ausgaben mehr zu produzieren. Eine gemeinsame Silvestershow der drei Sender soll es aber auch 2016 und 2017 geben. Diese Show will man "aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen" planen und präsentieren - detaillierte Infos folgen laut ORF im zweiten Halbjahr 2016. 

Das Aus der "Stadlshow" kommt nicht überraschend, schon nach der Premiere im September gab es reichlich Kritik. Die Show war durchzogen mit handwerklichen Fehlern und so richtig stimmig war auch das neue Konzept nicht. Die Zuschauer bemerkten das und straften die Sender ab: In Deutschland schalteten 2,46 Millionen Menschen ein und damit so wenige wie nie zuvor. Im ORF erreichte das Format immerhin noch zu 526.000 Zuschauern und 22 Prozent Marktanteil. Doch auch auf dem Küniglberg gab man sich selbstkritisch. ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner sagte nach der Premiere, dass die Auftaktshow „noch nicht 100-prozentig gelungen“ sei. 

Bei der Premiere des neuen Konzepts im Sommer hieß es noch, dass man für 2016 mit insgesamt drei Ausgaben der "Stadlshow" plane. Nach dem Auftakt-Flop wurden diese Pläne jedoch schnell wieder verworfen. Im Herbst hieß es dann, die Zukunft des Formats entscheide sich nach der Silvesterausgabe. Das ist mit der Absetzung nun auch geschehen. 

Bitter ist das Aus natürlich für Francine Jordi und Alexander Mazza, die für die neue "Stadlshow" engagiert wurden und nicht die Chance hatten, sich über einen längeren Zeitraum zu beweisen. Bestätigt dürfte sich dagegen Andy Borg fühlen - der frühere Moderator des "Musikantenstadls" hatte immer wieder den Verjüngungswahn der Sender kritisiert. Eine bittere Pille ist das Aus natürlich auch für den ORF - nicht nur wegen der noch immer recht ansehnlichen Quoten. Mit der "Stadlshow" verliert der ORF die letzte vom ihm verantwortete Eurovisionssendung. 
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