Stabile Werte für heimische Radios
 

Stabile Werte für heimische Radios

Radiotest 2. Halbjahr 2003: Generelle Radionutzung auf hohem Niveau rückgängig.

Der heiße Sommer des vergangenen Jahres hat wohl auch das Seine zum Rückgang bei der Radionutzung im 2. Halbjahr 2003 beigetragen. Laut aktuellem Radiotest für das 2. Halbjahr 2003 nutzte der durchschnittliche Österreicher das heimische Radioangebot in der zweiten Jahreshälfte 2003 täglich exakt 204 Minuten lang. Und das ist im Vergleich zum 2. Halbjahr 2002 - damals lag die durchschnittliche Nutzung bei täglich 212 Minuten - immerhin ein Minus von acht Minuten. Das - wie Radiomacher landauf landab betonen dem Jahrhundertsommer zu verdankende und keinen Trend beschreibende - gesunkene Hörerinteresse ist aber auch schon der augenscheinlichste Unterschied des aktuellen Radiotest im Vergleich zu jenem vor genau einem Jahr.



Kaum ein Radiosender fällt durch übermäßige Zuwächse oder Einbußen bei den Tagesreichweiten auf, kaum ein Radiosender konnte seine Marktanteile entscheidend vergrößern oder musste markante Marktanteilsverluste hinnehmen.



Die mit Abstand erfolgreichste Radiostation des Landes - und das war wohl nicht anders zu erwarten - ist auch weiterhin das ORF-Flaggschiff Hitradio Ö3 mit einer im Vergleich zum 2. Halbjahr 2002 leicht gesunkenen Tagesreichweite von 54,7 Prozent (- 0,4 Prozentpunkte, Zielgruppe 14 - 49, Montag bis Sonntag). Ein Tagesreichweitenplus - wieder im Vergleich zum 2. Halbjahr 2002 und in der Zielgruppe 14 - 49, Montag bis Sonntag - wird hingegen den ORF-Sendern Ö1 (um 0,1 Prozentpunkte auf 5 Prozent), FM4 (um 0,8 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent) und den ORF-Regionalradios in ihrer Gesamtheit ausgewiesen (um 0,7 Prozentpunkte auf 25,5 Prozent), wobei nicht unerwähnt bleiben sollte, dass der aktuelle Radiotest dem Kultformat FM4 die höchste je erreichte Tagesreichweite ausweist. Insgesamt kommen die Sender des öffentlich-rechtlichen ORF auch fast sechs Jahre nach dem Privatradiostart 1998 auf einen Marktanteil von 82 Prozent (Zielgruppe 10+, Montag bis Sonntag).



Stabilität im Vergleich zum 2. Halbjahr 2002 zeichnet auch die meisten heimischen Privatradios aus, was die Herausforderer des ORF mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den aktuellen Radiotest blicken lässt: Mit einem lachenden Auge, weil man Reichweiten und Marktanteile konsolidieren konnte, mit einem weinenden Auge, weil man eigentlich den ORF-Sendern Reichweiten und Marktanteile streitig machen wollte und im Wettrennen mit dem ORF keinen Schritt weitergekommen ist.

Positive Ausreißer sind im Vergleich zum 2. Halbjahr 2002 lediglich Arabella 92.9 in Wien (von 9,4 auf 11,4 Prozent Tagesreichweite), Radio Energy 104.2 (von 11,4 auf 12,2 Prozent Tagesreichweite) und 106.7 Party FM (von 9,6 auf 15,1 Prozent Tagesreichweite) jeweils in der Zielgruppe 14 - 49, Montag bis Sonntag.

Die privaten „Reichweitenkaiser" sind wie schon bisher das oberösterreichische Life Radio, die Antenne Vorarlberg sowie die Antenne Steiermark, obwohl letztere bei der Tagesreichweite Einbußen hinnehmen musste.



Weiterhin hinter den Erwartungen bleibt der Senderverbund KroneHit zurück: Nach einer Tagesreichweite von 7,1 Prozent im 2. Halbjahr 2002 hält der Verbund nach der Neupositionierung im Frühjahr bei nunmehr 5,9 Prozent (Zielgruppe 14 - 49, Montag bis Sonntag).

Ein Spiegelbild der Performance der Privatradios ist die Tagesreichweite der Privatradio-Kombi RMS Top, die sich nach dem Höchststand im 2. Halbjahr 2002 (30 Prozent!) nun bei 27,5 Prozent eingependelt hat (Zielgruppe 14 - 49, Montag bis Sonntag).

(max)



In HORIZONT 5/2004, der am 30. Jänner erscheint, finden Sie traditioneller Weise die HORIZONT MEDIA-FAKTEN zum aktuellen Radiotest, mit Statements der Chefs aller erhobenen Radiosender, mit umfangreichem Tabellenmaterial und einem ausführlichen Interview mit dem neuen KommAustria-Boss Mag. Michael Ogris.

Die Tagesreichweiten aller erhobenen Radios (auch im Vergleich zum 2. Halbjahr 2002) können Sie in folgender PDF-Datei ersehen:

Radiotest 2. Halbjahr 2003

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