Springer droht mit Einstellung der "Welt"
 

Springer droht mit Einstellung der "Welt"

Sollte Holtzbrinck eine Genehmigung für die Fusion von "Tagesspiegel" und "Berliner Morgenpost" erhalten, soll der Springer-Titel "Die Welt" eingestellt werden.

Eine Sondergenehmigung beim deutschen Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat die Stuttgarter Verlagsgruppe Holtzbrinck (Die Zeit, Tagesspiegel) beantragt. Um die Übernahme der "Berliner Zeitung" (Gruner + Jahr) trotz Kartellamtsverbots durchzusetzen. Nun droht der Vorstandschef des Axel Springer Verlags, Mathias Döpfner, mit der Einstellung der defizitären Tageszeitung "Die Welt", sollte die Fusion von "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung" mit Ministererlaubnis zustande kommen. Der Hintergrund: Durch Kooperationen konnten die Verluste der beiden Springer-Titel "Welt" und "Berliner Morgenpost" stabilisiert werden. Eine Beherrschung des Berliner Zeitungsmarktes durch Holtzbrinck würde aber sowohl "Welt", als auch "Morgenpost" gefährden.

Zu Döpfners Drohung ließ Holtzbrinck verlauten, dass das von den Stuttgartern geplante "Berliner Modell" sich nicht gegen die traditionell sehr ertragsreiche "Berliner Morgenpost" richte. Zudem sei die "Welt" davon nicht beeinträchtigt, da sie 90 Prozent ihrer Auflage außerhalb Berlins verkaufe.

(jed)

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