Sponsoring-Day: Antikorruptions- Gesetz! Kris...
 

Sponsoring-Day: Antikorruptions- Gesetz! Krise?

"Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und des Antikorruptionsgesetzes auf das Sponsoring - Mit Key-Note von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner.

Ja, es gab Verunsicherung - Das novellierte "Antikorruptionsgesetz" aus dem Jahr 2008, berichtet Justizministerin Claudia Bandion-Ortner in ihrer Key-Note, hätte zu Klagen von Veranstaltern und Sponsoren geführt, dass Aktivitäten reduziert würden, ganze Engagements und damit Veranstaltungen ausgefallen wären. immerunter Verweis darauf, dass nunmehr "Einladungen" nicht mehr ausgesprochen werden dürften. Daher wäre mit 1. September eine Neufassung und Präzisierung des Gesetzes vorgelegt worden, das einige Punkte - vor allem den Begriff des "Amtsträgers" - präziser definieren würde.



Bandion-Ortner zu den Voraussetzungen: Eine Voraussetzung im Bereich Korruptionsbekämpfung ist das "konkrete Wissen über die Strafbarkeit" - die Neufassung des Gesetzes sollte dazu einen Beitrag leisten. Die Devise wäre gewesen: Schärfen, nicht entschärfen. Konkret wäre es um den Paragraph 304 Absatz 2 Strafgesetzbuch gegangen: Der "Anfütterungsparagraph" bezogen auf Amtsinhaber im Hinblick einer Vorteilsnahme in bezug auf ihre Amtsführung. Wer da "amtlich" betroffen sei, wäre nun präzisiert (eben nicht ORF, ÖBB und ASFINAG-Mitarbeiter), aber sehr wohl alle Einrichtungen und deren "Bedienstete", die der Rechnungshof prüfen darf - und Einrichtungen, die Leistungen im Auftrag und für die öffentliche Hand erbringen (zum Beispiel die Sozialversicherungen).



Im übrigen, machte Bandion-Ortner aufmerksam, gebe es den allgemeinen Bestechungs-Paragraphen im Gesetzbuch - und das Diensterecht. 



Österrreich hätte, so die Ministerin, im internationalen Verlgeich, bei der legistischen Regelung der Korruptionsbekämpfung "die Nase vorn". Österreich "bekenne sich zu einer sauberen Wirtschaftsführung". Denn Korruption sei, so die Ministerin, "schleichendes Gift für Gesellschaft und Staat".



Rainer Herrmann, Iglo Austria, beteuerte in der Diskussionsrunde, dass das Sponsoring der Österreichischen Ski-Nationalmannschaft vom Korruptionsparagraphen unberührt erfolge - er wundere sich aber schon, wieviele VIPs beispielseweise nach Kitzbühel von anderen Unternehmen eingelanden würden. Iglo hätte das nie getan - er hätte lediglich Erfahrungen aus seiner Zeit in Holland und Kolumbien, wo Mitbewerber sich Wettbewerbsvorteile durch Bestechung verschafft hätten.



Elisabeth Mattes, Mobilkom/Telekom, hob die gesellschaftliche Verantwortung eines "zyklischen" Unternehmens hervor - wer 5 Millionen Kunden in Österreich hat, so Mattes, die täglich Dienstleistungen abrufen, hat auch eine Verantwortung.



Austria-Wien Manager Markus Kraetschmer berichtete, er habe die Verunsicherung bei Sponsoren aus dem Bereich Energiewirtschaft und Bauwirtschaft sehr deutlich und negativ zu spüren bekomen - den Sponsoren war bis zur neuen Novelle nicht klar, wie mit VIP-Lounges in den Fußballarenen umzugehen sei.



Schwimmverband-Präsident Paul Schauer lobte seinen Generalsponsor Ströck (den er zuerst gar nicht nennen wollte, eine der wenigen Nachfragen der Moderatorin - aber dazu untenstehend) - der hätte erkannt, das sein Sponsorgeld sich im Medienwert vervier- bis verfünfachen würde und profitiere dazu davon, dass er nach internationaler Vorgabe der einzige Sponsor des ÖSV sei. Nicht zuletzt die Neufassung des Gesetzes hätte, falls es Probleme im Einladungsbereich gegeben hätte, Klarheit geschaffen, so Schauer.



Konrad Mayr-Pernek, mediaedge:cia, gelernter Marketer (One und Samsung) udn heute Media-agentur-Manager wunderte sich: Sponsoring wäre doch alles andere als VIP-Karten zu verteilen oder Essenseinladungen auszusprechen, sondern strategisches Eement einer Kommunikationspolitik. Mayr-Pernek führte damit den von Hermann und Mattes angesprochenen Grundgedanken an, das Sponsorong anno 2009 längst nicht mehr als "Mäzenatentum", sondern als Instrument in der Kommunikationsspolitik eines Unternehmens vollzogen würde. Wie klassische Werbung würde Sponsoring natürlich in der Krise auf dem Prüfstand stehen, beobachtet Mayr-Pernek - aber wenn die Lesitungswerte stimmten, würde das Engagament in der Regel auch getätigt.



Kommentierender Nachsatz des Berichterstatters: ORF-"Marke" Ingrid Thurnher schaffte es tatsächlich, die gesamte Runde hinweg kein einzeiges Mal den Begriff "Korruption" in den Mund zu nehmen - geschweige denn nachzufragen, wie denn die Verhältnisse vor der Phase der "Verunsicherung" ausgesehen hätten - und was denn so alles nun nicht mehr praktiziert werden könne... . Sie nahm einfach zur Kenntnis, was das Podium verkündete: Da wurde was geregelt, was es gar nicht gibt. Armselig, Frau Thurnher!
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