Spera befragt Schönborn
 

Spera befragt Schönborn

Gabi Spiegelfeld, Präsidentin des Klubs für Frauen, lud Kardinal Dr. Christoph Schönborn zur Diskussion.

Zum Auftakt in die Sommerpause gelang Gabi Spiegelfeld, Präsidentin des Klubs für Frauen, eine spektakuläre Veranstaltung. Bei einem atemberaubenden Blick auf die Skyline von Wien in der Skylounge der Raiffeisen Zentralbank stellte sich Kardinal Dr. Christoph Schönborn den Fragen von Dr. Danielle Spera, der neuen Direktorin des Jüdischen Museums zum Thema „Bietet die Kirche, was eine Gesellschaft im Wandel fordert?“.

Schönborn, der mehrmals an diesem Abend in größter Bewunderung von seiner eigenen Mutter, einer Textilunternehmerin und „Powerfrau“ sprach, relativierte zunächst den Rüffel des Papstes anlässlich der gerade stattgefunden Audienz mit den Worten: „Es ist doch ein Zeichen der großen Dialogfähigkeit von Papst Benedikt XVI. dass er die Betroffenen an einen Tisch geholt habe.“ Auf die Frage, ob man in Zukunft sicher sein könne, dass es zu keinen Missbrauchsfällen komme, meinte Schönborn, dass es keine Sicherheit gäbe, aber die psychologischen Tests und Screeningverfahren für Priester heute eine viel höhere Qualität habe als vor 20 Jahren.

Er persönlich sieht sich trotz des medialen Lobes nicht als „Krisenmanager“ sondern in erster Linie als „Seelsorger“, weshalb er sich auch im Maturaalter für diese Berufung entschieden und niemals bereut habe. Er gab allerdings auch zu, dass er für Medien empfänglicher sei als der Papst, der „absolut medienresistent ist“ und „Stellung nimmt, wenn er es für richtig hält und nicht, wenn es die Medien wünschen.

Wenn nicht als Manager so sieht sich Schönborn doch als Steuermann, auch in schwierigen Zeiten. Gerade in der Wirtschaftskrise böte die Kirche in erster Linie Gemeinschaft. Zur Frage der Rolle der Frau meinte Schönborn, dass er in seiner Diözese Frauen stärke und viele in Führungspositionen gebracht habe. Die Frage, ob „Frauen als Priester die Kirche spalten würden“ (Spera) bejahte er vehement, wobei er zugab, dass auch verheiratete Priester (wie man in anderen Religionen sieht) sehr gut ihren Beruf ausüben können.

Schönborn beeindruckte die 15 Topfrauen, die in die Raiffeisen Zentralbank gekommen waren mit seiner großen Gelassenheit und seiner ungewöhnlichen Offenheit. Der Kardinal stand im Anschluss noch sehr lange zu persönlichen Gesprächen zur Verfügung. Mit ihm diskutieren unter anderem: Regina Prehofer (Vorstand Bawag PSK), Eva Marchart (RZB), Manuela Bruck (Post), Dagmar Lang (Manstein Verlag), Patricia Pawlicki (ORF), Annabel Loebell (Loebell & Nordberg) Henrietta Egerth (FFG), Georg Unger, Christian Grave, Eva-Maria Hofer (Österreich), Georg Spiegelfeld , Doris Appel (ORF) und viele andere. Gabi Spiegelfeld: „Das war das perfekte Event zum 8. Geburtstag des Klubs für Frauen.“

Mag. Dagmar Lang, MBA
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