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Spartenverkauf belastet Umsatzentwicklung von ProSiebenSat.1

APA/dpa

Der deutsche Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat im ersten Quartal aufgrund des Konzernumbaus Erlöseinbußen verbucht. Nachdem sich das Unternehmen im vergangenen Jahr fast gänzlich von seinem Reisegeschäft getrennt hatte, gingen die Umsätze zwischen Jänner und März im Vorjahresvergleich um drei Prozent auf 881 Mio. Euro zurück, wie die Münchener am Mittwoch mitteilten.

Ohne die Veräußerungen der Reiseunternehmen Etraveli und weg.de sowie ohne Berücksichtigung von Währungseffekten wären die Umsätze um 1 Prozent gestiegen, stellte ProSiebenSat.1 klar.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 7 Prozent auf 200 Mio. Euro zu, was die Erwartungen am Markt leicht übertraf. Unter dem Strich kletterte der bereinigte Gewinn um sechs Prozent auf 93 Mio. Euro.

Interimschef Conrad Albert bestätigte die von ProSiebenSat.1 zum Jahresbeginn in Aussicht gestellte Prognose. Demnach soll der Umsatz 2018 weiterhin im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich steigen, bei einer bereinigten Ebitda-Marge im mittleren 20-Prozentbereich. Albert, der den Konzernvorsitz als Vorstandsmitglied derzeit übergangsweise führt, wird ab dem 1. Juni von Branchenneuling Max Conze abgelöst.

Durststrecke im Sommer

Für den weiteren Verlauf des Jahres erwartet das Unternehmen kaum noch Zuwächse. Eine Durststrecke mit Gewinnrückgängen im Sommer werde erst im Weihnachtsquartal wieder ausgeglichen, kündigte der deutsche Fernsehkonzern am Mittwoch an.

Im Gesamtjahr sei jedoch unverändert ein Gewinnanstieg möglich, wie Interimschef Conrad Albert bei der Vorlage des Quartalsberichts deutlich machte: Der Umsatz werde wachsen, die Umsatzrendite werde wie im vergangenen Jahr rund 25 Prozent erreichen. Ein Grund der Delle im Sommer seien Programmkosten, die sich heuer stärker auf die Jahresmitte konzentrierten.

Die Aktie, die sich in den vergangenen Wochen von einem Kursabsturz erholt hatte, brach erneut ein: Mit einem Minus von mehr als 9 Prozent auf rund 28,10 Euro waren die ProSiebenSat.1-Titel der mit Abstand schwächste Wert im Nebenwerteindex MDax. Die Branchenexperten vom Analysehaus Liberum verwiesen darauf, dass sich ProSiebenSat.1 nun stark auf einen Jahresendspurt verlasse. "Es könnte deshalb Sorgen über die Notwendigkeit geben, im vierten Quartal zu liefern", erklärten Ian Whittaker und Annick Maas in einem Marktkommentar.

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