Social Media: Pinterest und TikTok setzen auf...
 
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Pinterest und TikTok setzen auf Online-Shopping

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Die sozialen Netzwerke haben in der letzten Dekade eine steile Karriere hingelegt. Nun wollen auch TikTok und Pinterest unter die Retailer gehen.

Die Zeiten, als Social Media als Millenial-Phänomen und ansonsten als eher irrelevant abgetan wurden, sind endgültig vorbei. Die Plattformen haben sich sich zum nächsten handfesten Wirtschaftsfaktor und umkämpften Schauplatz für den Handel entwickelt: Seit rund drei Jahren gibt es mit Instagram Shopping und Facebook Shops Features, über die Unternehmen ihre Produkte direkt vertreiben können. Dazu müssen nur Fotos mit Preis und Link versehen werden, Interessenten werden dann zum eigentlichen Shop weitergeleitet. Und auch die chinesische Kurz-Video App TikTok sowie die Inspirations-Plattform Pinterest setzen erste Schritte in Richtung Handel.


Laut aktuellen Daten des US-amerikanischen Software-Herstellers Bazaarvoice sind die Einkäufe über die sozialen Plattformen während der Pandemie exponentiell gestiegen. Im Fall von TikTok um gigantische 553%. Aber auch Instagram und Facebook verzeichneten Zuwächse von 189 bzw. 160%. Die drei Plattformen haben im vergangenen Jahr eine ganze Reihe neuer Funktionen eingeführt, die die Abwicklung für Käufer und Verkäufer optimieren sollen. Insgesamt geben 64% der Instagram-User, 45% der Facebook-User und 24% der TikTok-User an, im vergangenen Jahr über die Plattform eingekauft zu haben.

Allerdings liegt hier immer noch ein riesiger Schatz, den es zu heben gilt, denn laut Bazaarvoice haben sich diese Netzwerke zur ersten Anlaufstelle für Shopper entwickelt: 70% der User haben im vergangenen Jahr Social Media benutzt, um eine neue Marke zu erstehen. Laut den Experten liegt das primär am Video-Content, der mittlerweile kein Nice-to-have mehr, sondern eine absolute Notwendigkeit im Online-Retail ist.

Neue Player

TikTok hat kürzlich begonnen, in Europa mit einer Reihe von Marken In-App-Verkäufe zu testen, darunter etwa das britische Streetwear-Label Hype. Diese können ihre Produkte mit Bildern und Preisen auf einer Marktplatz-Seite von TikTok ausstellen. Auch hier wird TikTok nicht selber als Händler auftreten, die Labels haben aber die Möglichkeit, über die Plattform mit den Shoppern zu kommunizieren und Bestellungen zu erhalten. Derzeit haben nur ausgewählte User Zugriff auf den Testlauf und es ist noch nicht klar, wann TikTok einen größeren Roll-out plant.

Auch die Foto-App Pinterest will stärker zur Shopping-Plattform werden – allerdings vorerst nur in Deutschland. So soll es für Nutzer künftig möglich sein, die Kamera auf einen Gegenstand zu richten und ähnlich aussehende Ware von Händlern angezeigt zu bekommen. Mit dem Shopping-Modus können Artikel markiert werden, die man kaufen kann. Pinterest ist eine Art visuelle Suchmaschine, bei der man Fotos zu bestimmten Themen auf eigenen Pinnwänden sammeln kann – eine perfekte Voraussetzung, um auch als Marktplatz aktiv zu werden.

Am Heimatmarkt USA hat Pinterest bereits Einkaufslisten eingeführt, auf denen die User Produkt-Pins speichern können, ebenso wie Funktionen auf Basis von Augmented Reality. So können beispielsweise Brillen virtuell ausprobiert werden.Im Fokus der Pinterest-Erfinder steht aber nach wie vor "Inspiration". Entsprechend wolle man den Fokus nicht zu stark auf den Handel verlegen und gegebenenfalls gegensteuern. Während der Pandemie habe allerdings die Nutzung der Einkaufsmöglichkeiten bei Pinterest deutlich zugelegt, besonders in den Sparten Mode und Inneneinrichtung.

Dieser Text erschien zuerst auf www.textilzeitung.at.

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