Social Media Marketing: Influencer verlieren ...
 
Social Media Marketing

Influencer verlieren an Strahlkraft

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Nutzergenerierter Content ist das neue Gold, nach dem Marketer schürfen. Was Influencer posten, wird von Konsumenten aber zunehmend als Katzengold wahrgenommen.

Echte Inhalte von echten Kunden – so könnte man den Trend zusammenfassen. Das ergab zumindest eine jüngst veröffentlichte Umfrage im Auftrag von EnTribe , einer SaaS-Plattform für Community- und Content-Entwicklung. Viele Labels haben in den vergangenen Jahren auf gesponserten Content von Influencern gesetzt, die die Produkte ihren Followern schmackhaft machten. Mittlerweile hat das Image der „Beeinflusser“ aber auch Schrammen abbekommen und sie haben an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Und was gleichzeitig von vielen Brands übersehen wird: Ihre eigenen Kunden sind tatsächlich die besten, glaubwürdigsten – und nicht zuletzt billigsten – Erzeuger von überzeugendem Content.

Authentizität und Glaubwürdigkeit

Die EnTribe-Umfrage lieferte einige interessante Ergebnisse:

• 85% der Befragten gab an, Influencer unauthentisch zu finden oder zu ihnen keinen Bezug zu haben
• Nur 21% meinten, dass Influencer-Content ihre Wahrnehmung einer Marke positiv beeinflusse. Dem gegenüber stehen 29%, deren Wahrnehmung negativ beeinflusst wird.
• Die überwiegende Mehrheit von 85% würde lieber sehen, wenn Marken den Content ihrer tatsächlichen Kunden teilen würden. Würde das passieren, dann stiege für den Großteil der Befragten (84%) die Vertrauenswürdigkeit der Marke, 77% würden ein Produkt oder eine Dienstleistung eher kaufen. Bei fast zwei Drittel aus der Altersgruppe zwischen 18 und 44 würde die Loyalität gegenüber der Marke zunehmen.

Angesichts der wachsenden Bedeutung von Social Media im Marketing sind solche Ergebnisse durchaus bestechend. Denn: 64% der Konsumenten folgen ihren Lieblingsmarken in den sozialen Netzwerken. Bei der Gen Z und den Millenials ist der Wert mit 76% sogar noch höher. Was nicht bedeutet, dass die Omnipräsenz im Netz für ungetrübte Begeisterung sorgt. Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer gaben an, fast jedes Mal Werbung für »ihre« Marken zu sehen, wenn sie ihre Social Media-Apps öffnen – für ein Drittel Anlass, diese in einem zunehmend negativen Licht zu sehen.

Digitale Mundpropaganda

Dennoch stimmen die Befragten aller Altersgruppen darin überein, dass Marken, die die Inhalte echter Kunden teilen, glaubwürdiger sind. Älteren Usern reicht hier schon das Feedback von Kunden zu jenen Produkten, für die sie sich interessieren. Die Jüngeren fühlen sich hingegen durch solchen User generierten Content inspiriert, selber etwas beizutragen. Hier könnten die Marken durchaus aktiv einhaken indem sie nicht nur um Inhalte ihrer Kunden bitten, sondern dafür auch eine Gegenleistung anbieten – und damit die Markentreue ihrer Kunden ausbauen. 76% der Befragten würden dafür gerne Rabatte oder Punkte bekommen.

»Diese Umfrage ist ein Beleg für die Verschiebung der Verbraucherpräferenz hin zu authentischen und aussagekräftigen Inhalten. Die Verbraucher durchschauen traditionelle Influencer-Inhalte und wollen wissen, dass die Empfehlung für ein Produkt oder eine Dienstleistung, die sie in Betracht ziehen, von jemandem stammt, der tatsächlich Erfahrung damit hat«, so Adam Dornbusch, CEO von EnTribe. »Mit nutzergenerierten Inhalten können Marken neuen und bestehenden Kunden Vertrauen in ihre Kaufentscheidung geben, da sie wissen, dass eine vertrauenswürdige, alltägliche Person von dieser Marke profitiert und dass die geteilte Erfahrung echt ist. Der Effekt ist vergleichbar mit einer Produktempfehlung durch einen Freund oder ein Familienmitglied.«



Dieser Text erschien zuerst auf www.textilzeitung.at.

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