Slowakei: Betrugs-Urteil gegen Verdächtigen i...
 
Slowakei

Betrugs-Urteil gegen Verdächtigen im Kuciak-Mordfall

APA (AFP)
Ein Kronzeuge wurde bereits verurteilt, der Prozess gegen die vier Hauptangeklagten startete im Jänner.
Ein Kronzeuge wurde bereits verurteilt, der Prozess gegen die vier Hauptangeklagten startete im Jänner.

Marian K. wurde wegen Betrugsdelikten zu 19 Jahren Haft verurteilt.

Ein slowakisches Gericht hat heute einen Geschäftsmann, der auch im Morfall Ján Kuciak angeklagt ist, zu 19 Jahren Haft wegen Betrugsdelikten verurteilt. Laut der slowakischen Nachrichtenagentur TASR wurden Marián K. und Pavol R. für schuldig befunden, weil K. bei der privaten TV-Gruppe Markíza von R. unterzeichnete Wechsel geltend gemacht hat. Diese waren aber zurückdatiert. R. war Eigentümer der Markíza-Gruppe und galt als "Berlusconi der Slowakei". Das Urteil ist nicht rechtskräftig. 

"Wir sind froh und erleichtert, dass das Gericht die Beweise der Staatsanwaltschaft als überzeugend eingestuft und den Versuch, Markíza mit gefälschten Wechseln zu erpressen, als Betrug gewertet hat. Nach einem langen und aufwändigen Verfahren scheint dieser Anschlag auf den führenden und vor allem unabhängigen TV-Sender Markíza abgewehrt. Das ist ein positives Zeichen fuer alle kritischen Medien in der Slowakei und fuer alle Investoren in diesem Land", so Matthias Settele, Generaldirektor von Markíza in einer Stellungnahme gegenüber HORIZONT.  Markíza ist der größte TV-Konzern des Landes. 

Der slowakische Investigativ-Journalist Ján Kuciak und seine Verlobte Martina Kušnírová sind am 21. Februar 2018 ermordet worden. Der Prozess zu dem Mordfall hat im Jänner begonnen, der Hauptverdächtige Täter hat ein Geständnis abgelegt. Marian K. ist als Auftraggeber angeklagt, beteuert aber seine Unschuld.

Laut Staatsanwaltschaft soll Marian K. unter anderem Politiker und Beamte aus Justiz und Polizei bestochen sowie Belastungsmaterial gegen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Justiz gesammelt haben.

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