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Slideshow: Die Träume und Ängste der Journalisten

Das Journalisten Barometer 2017 von Marketagent.com zeigt, was österreichische und deutsche Medienvertreter in ihrem Beruf bewegt.

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Welche Redaktion würden heimische Journalisten gerne für eine Woche leiten, mit wem würden sie gerne mal ein Interview führen und welches wichtige Ereignis hätten sie gerne journalistisch begleitet? Der Marktforscher Marketagent.com hat 630 deutschen und österreichischen Journalisten genau diese Fragen gestellt und am Mittwoch in seinem "Journalisten Barometer 2017" präsentiert - darunter befinden sich einige humorvolle, aber auch ernste Fragen. Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie als Grafiken in der obenstehenden Slideshow.

Die Wunsch-Redaktion

Angenommen sie könnten sich ein internationales Medium aussuchen, von dem sie für eine Woche die Redaktion übernehmen dürften, präferieren 18,1 Prozent „Die ZEIT“, in Österreich sogar 22,0 Prozent. „National Geographic“ schafft es mit 13,1 Prozent auf Platz 2 der beliebtesten Redaktionen, die deutsche „BILD“ steht bei jedem Zehnten ganz oben auf der Wunschliste (10,2 Prozent).

Der beliebteste Interviewpartner

Das Rennen um den beliebtesten Wunsch-Interviewpartner entscheidet allen voran eine Person für sich: Kim Jong-un. Für 23,7 Prozent der Männer und 10,1 Prozent der Frauen wäre der nordkoreanische Diktator aktuell der interessanteste Interviewpartner und lässt damit seinen Gegenspieler Donald Trump hinter sich, den lediglich 5,2 Prozent der Befragten gerne interviewen würden. Einmal ein Gespräch mit Englands Queen Elizabeth II oder Angela Merkel zu führen, wünschen sich vor allem Journalistinnen (18,3 Prozent bzw. 15,1 Prozent).

Mühsame Situationen in Interviews

Als besonders mühsam in Interviews entpuppt es sich für mehr als 4 von 10 Journalisten, wenn der Interviewpartner ununterbrochen ausweichend und nicht auf die eigentlichen Fragen antwortet. Hier sind sich die Österreicher und die Deutschen einig. 35,5 Prozent empfinden es als störend, wenn sich ihr Gegenüber von seinem Berater einsagen lässt oder Geld für das Interview verlangt (31,0 Prozent).

Nötige Kenntnisse und Fähigkeiten

„Um den Job als Journalist erfolgreich ausüben zu können, bedarf es für mehr als die Hälfte der befragten Medienvertreter einer großen Portion Wissensdurst sowie einer guten sprachlichen Ausdrucksweise. Vor allem aber sollte man laut 36 Prozent nicht allzu zart besaitet sein und ein gutes Maß an Stressresistenz mitbringen“, fasst Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, die wesentlichsten Eigenschaften eines Journalisten zusammen. Sorgfalt bei der Berichterstattung und ein besonderes Gespür zählen für 35,8 Prozent bzw. 32,4 Prozent zu den Top-Voraussetzungen für die journalistische Tätigkeit.

Berufliche Horrorszenarien...

Ein berufliches Horrorszenario hingegen stellt es für 52,7 Prozent dar, aufgrund mangelnder Recherche falsche Berichterstattung zu betreiben. 43,4 Prozent bereitet die Vorstellung, einer falschen Quelle zu vertrauen und Fake News zu verbreiten, Falten auf der Stirn. Mit großer Sorge verbunden ist weiters der Gedanke daran, andere durch die eigene Berichterstattung in Gefahr zu bringen, etwa Personen über die man berichtet (40,1 Prozent) oder Menschen aus dem Privatleben (31,1 Prozent).

...und Träume

Ein Drittel wünscht sich, mit seiner Berichterstattung etwas in Bewegung zu setzen, das noch Jahre später Menschen hilft. 22,0 Prozent streben danach, andere durch ihren journalistischen Beitrag zum Umdenken zu bewegen und 12,9 Prozent möchten etwas schreiben, über das auch Jahre später noch gesprochen wird. Hingegen äußern lediglich 6,8 Prozent den Wunsch, ein eigenes Medienunternehmen zu gründen. In Österreich haben solche Ambitionen immerhin 8,3 Prozent, in Deutschland träumen nur 6,1 Prozent davon.

Beliebtestes Großereignis

Vorfälle, bei denen man in der jüngsten Vergangenheit gerne eine journalistische Rolle gespielt hätte, sind etwa die Enthüllungen von Edward Snowden über den amerikanischen Geheimdienst (23,6 Prozent) oder der VW Abgas-Skandal (20,6 Prozent). Vor allem Männer hätten dies als spannend empfunden. Ein Ereignis, das aber bis heute nicht getoppt werden konnte, ist die erste Mondlandung. Für 3 von 10 ist sie das Ereignis schlechthin, bei deren Berichterstattung sie gerne hautnah dabei gewesen wären. Auf Platz 2 landet für rund ein Viertel die Watergate-Affäre unter den mitreißendsten Geschehnissen, die sie gerne journalistisch begleitet hätten (24,8 Prozent). Und auch die gefälschten Hitler-Tagebücher wecken das Interesse von 23,4 Prozent der österreichischen und 21,5 Prozent der deutschen Journalisten. 

Erneute Berufswahl

Für knapp die Hälfte bedeutet der Beruf als Journalist vorrangig, Informationen auf neutrale Art und Weise der Öffentlichkeit zu präsentieren (47,0 Prozent). Ein Drittel sieht sich in der Rolle, Missstände aufzudecken (32,4 Prozent) und 28,5 Prozent schätzen die Möglichkeit, sich in Themen zu vertiefen, die sie persönlich als besonders interessant empfinden. Diese positiven Effekte nehmen deutsche Medienvertreter ähnlich wie österreichische wahr. „Stünden sie heute noch einmal vor der Berufswahl, würden sich 83,3 Prozent erneut für den Journalismus entscheiden. Das ist eine positive Entwicklung, wenn man bedenkt, dass bei unserer Befragung im Jahr 2015 lediglich 7 von 10 Journalisten ihren Beruf erneut ergriffen hätten“, resümiert Thomas Schwabl.

Lesen Sie im Detail in HORIZONT Nr. 1-2/2018, in welchen Mediengattungen und Altersgruppen die Begeisterung für den Beruf besonders groß ist.

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