Sky-Übernahme geht in entscheidende Phase
 

Sky-Übernahme geht in entscheidende Phase

APA/AFP

Höchstwahrscheinlich wird es keine medienrechtliche Prüfung des Comcast-Angebots in Großbritannien geben.

Die Übernahme-Schlacht zwischen Rupert Murdochs 21st Century Fox und dem US-Pay-TV-Anbieter Comcast um Sky biegt langsam, aber sicher auf die Zielgerade ein. Die Amerikaner haben dabei nun einen großen Schritt vorwärts gemacht: Wie der Guardian berichtet, hat Kulturminister Matt Hancock bekannt gegeben, die Übernahmepläne voraussichtlich nicht vom britischen Medienregulator Ofcom prüfen zu lassen. Als Begründung gab er an, nach eingehender Betrachtung keine Bedenken in Hinblick auf eine mögliche Beeinträchtigung öffentlicher Interesse zu haben.

Kritiker des potenziellen Deals hatten wegen einer Reihe von Verstößen gegen US-Regulierungen seitens Comcast sehr wohl eine intensive Prüfung gefordert. In den vergangenen Jahren musste das Unternehmen in seinem Heimatmarkt nach Guardian-Angaben rund 1,7 Millionen Euro an Strafen berappen.

Murdoch unter Druck

Um möglicher Kritik gleich vorab den Wind aus den Segeln zu nehmen, hatte Comcast eine Reihe von Garantien abgegeben. So soll die Sky-Zentrale in London verbleiben und die redaktionelle wie finanzielle Unabhängigkeit von Sky News für zumindest zehn Jahre garantiert werden. Zusätzlich kündigte Comcast an, während der kommenden fünf Jahre keine Mehrheit an einer britischen Tageszeitung anzustreben – ein klarer Seitenhieb in Richtung Murdoch, der unter anderem auch die Sun und die Times besitzt und dessen Gebot darum momentan kartellrechtlich geprüft wird. Das Ergebnis dieser Untersuchung muss bis Ende Mai vorliegen, doch selbst wenn die Kartellhüter keine Einwände haben, wird der Medientycoon sein Angebot noch nachbessern müssen: Während Fox rund 21,7 Milliarden Euro für Sky bietet, will Comcast rund 25 Milliarden auf den Tisch legen.

[Andreas Puschautz] 

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