Sky-Übernahme durch Murdoch in Gefahr
 

Sky-Übernahme durch Murdoch in Gefahr

APA / AFP

Sky-Aktionär Crispin Odey gab überraschend bekannt, die rund 15 Mrd. Dollar schwere Fox-Offerte für Sky als zu niedrig ablehnen zu wollen.

Die geplante milliardenschwere Übernahme des britischen Bezahlsenders Sky durch das US-Filmunternehmen Twenty-First Century Fox gerät nach einem Bericht über Gespräche zwischen Fox-Eigner Rupert Murdoch und dem Medienkonzern Disney ins Wanken. Sky-Aktionär Crispin Odey gab überraschend bekannt, die rund 15 Mrd. Dollar (12,94 Mrd. Euro) schwere Fox-Offerte für Sky als zu niedrig ablehnen zu wollen.

"Ich würde gegen die Transaktion stimmen", sagte Odey der Nachrichtenagentur Reuters. Sky könne problemlos ohne Fox weitermachen. Der Hedgefonds-Manager hatte sich zuvor für das Gebot ausgesprochen.

Der Medienmogul Murdoch hatte im Dezember über sein Unternehmen Fox eine verbindliche Offerte für den Pay-TV-Sender abgegeben. Murdoch will mit der Transaktion komplett die Kontrolle bei Sky übernehmen und sich die 61 Prozent sichern, die er noch nicht selbst hält. Sky hat in Europa 22 Millionen Kunden, verteilt auf den Heimatmarkt Großbritannien sowie Irland, Italien, Deutschland und Österreich. Wegen Kartellbedenken ist der Deal allerdings bis Mitte nächsten Jahres auf Eis gelegt.

Der Sender CNBC hatte am Montag berichtet, dass Fox mit Disney zusammengehen wolle. Demnach wurde über den Verkauf eines großen Teils von Fox wie dem Hollywood-Studio, die Fernsehproduktion, internationale Töchter wie Sky sowie den Unterhaltungskanal FX und den Reportagesender National Geographic an Disney gesprochen.

Analysten vom Finanzdienstleister Liberum sagten, dass von den jüngsten Gesprächen zwischen Disney und Fox ein Störfeuer für die geplante Sky-Übernahme durch Murdoch ausgehen könne. Es sei möglich, dass Fox seine Offerte für Sky zurückziehe, da wegen Kartellbedenken Verkäufe von Unternehmensteilen zu erwarten seien. Die Bereitschaft von Fox, über eine Veräußerung von Sky nachzudenken, könnte bedeuten, dass sich der Konzern nicht mehr sicher sei, die Genehmigung von der britischen Regierung für die Transaktion zu erhalten.

[APA News]

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