Sky in der Krise
 

Sky in der Krise

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Bisher sollte Sky 2011 profitabel werden, dafür hätte der Sender zwischen 2,8 und 3 Millionen Abonnenten gebraucht. 2,47 Millionen sind es derzeit.©Fotolia/ Dmitry Knorre
Bisher sollte Sky 2011 profitabel werden, dafür hätte der Sender zwischen 2,8 und 3 Millionen Abonnenten gebraucht. 2,47 Millionen sind es derzeit.©Fotolia/ Dmitry Knorre

Der Bezahlsender Sky Deutschland kämpft weiter mit Verlusten.

Brian Sullivan, Chef des tief in der Krise steckenden Bezahlsenders Sky Deutschland, hat sich vom Ziel, operativ schwarze Zahlen zu schreiben und Abo-Zuwächse zu verzeichnen, verabschiedet. Nach einem schlechten zweiten Quartal brennt das Dach des Senders, der schon unter seinem alten Namen Premiere nicht auf die Beine kam, noch einmal heller. Die Feuerwehr heißt wieder Rupert Murdoch, und der Medienzar probiert es mit einer bekannten Taktik - er löscht mit Geld.

Das kann Sky Deutschland gut gebrauchen, trotz umfassenden Fußball-Angeboten, teurer Werbung und neuem Namen kamen zuletzt kaum Abonnenten hinzu. Nun sollen mit Hilfe des Großaktionärs News Corporation, Murdochs Medienkonzern, mindestens 340 Millionen Euro in die Kassen der Münchner kommen.

Doch der Preis für die siebente Kapitalerhöhung, die der Pay-TV-Anbieter seit dem Börsengang 2005 plant, ist hoch. Sullivan überraschte mit der Ankündigung am Montagabend, viele Anleger hat er geschockt. Der Kurs der Aktie brach am Dienstag zeitweise um 24 Prozent auf historische Tiefststände um 1,08 Euro ein. Das ohnehin nicht überbordende Vertrauen in den Bezahl-Kanal ist erschüttert. An der Börse war zwar mit einer Kapitalerhöhung bis Ende 2011 gerechnet worden, die Höhe sei aber eine böse Überraschung, sagt ein Händler.

Sullivan ist weiter fest davon überzeugt, dass profitables Bezahl-TV hierzulande möglich sei. Dafür brauche es Qualität und ein gutes Angebot. Genau dorthin soll das frische Kapital fließen. Bei HD-Angeboten werde man anknüpfen, auch der Kundenservice soll besser werden. Auch die Deutsche Fußball Liga (DEL) schaut auf Sky, steuert der Sender doch einen Löwenanteil für die Übertragungsrechte der 1. und 2. Bundesliga bei.

Wie erfolgreich Pay-TV sein kann, hat Sullivan in Großbritannien gelernt. Dort arbeitete der gebürtige Amerikaner für Murdoch beim erfolgreichen Abo-Kanal BSkyB. Erst im April beerbte Sullivan seinen glücklosen Vorgänger Mark Williams. Bisher sollte Sky 2011 profitabel werden, dafür hätte der Sender zwischen 2,8 und 3 Millionen Abonnenten gebraucht. 2,47 Millionen sind es derzeit. 80.000 neue Kunden wären pro Quartal nötig gewesen, gerade mal 6.000 waren es zuletzt im zweiten Vierteljahr. "Es sind nicht die Zahlen eingetroffen, die wir erwartet haben", sagt Sullivan, den inzwischen ein Murdoch-Vertrauter kontrolliert. News Corp-Vize Chase Carey ist seit kurzem Aufsichtsratschef bei Sky Deutschland. Dies und die jüngste Kapitalspritze nähren die Hoffnung bei den Münchnern, dass Murdoch noch länger Lust am deutschen Pay-TV hat.

(Quelle: dpa)
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