Servus TV verspricht für 2014 Programmvielfal...
 

Servus TV verspricht für 2014 Programmvielfalt

Natur, Kultur, Eigenwerbung, hochwertige Fiction und ein Wissensmagazin sind die Highlights des Servus-TV-Programms 2014 - Bei der Programmpräsentation wurde ein Einblick in die Welt von Servus TV, Second Screen, "große Ideen" und finanzielle Grenzen, gewährt.

Vor vier Jahren gegründet, bespielt der nationale TV-Sender Servus TV mit unverändert ehrgeizigem Anspruch die Servus-Welt, die sich im Alpenraum von Südtirol über die Schweiz und Österreich nach Deutschland erstreckt. Der Servus-Programmchef Klaus Bassiner stellte im Zuge der Jahrespräsentation aktuelle und künftige Projekte vor. Wie gewohnt steht die Marke im Zentrum.

Als Teil der Servus-Welt, zu der auch das Printprodukt Servus in Stadt & Land und der neue Online-Shop zählen, geht es um Lokalität, Tradition und Wurzeln – „ohne spießig und klein zu wirken“ – und ­natürlich um Anspruch und Qualität. Ein Fixpunkt seit April ist das Frühstücksfernsehen, das neben drei weiteren mit dem bekannten deutschen Moderator Thomas Ohrner gleich auch im Nachbarland punktet und mit einer Reichweite von 2,7 Prozent über alle drei Stunden am Morgen die junge Zielgruppe anspricht.

Ein verlässliches Programmschema

Marketingchef Volker Bahr fasste das Programm zur Primetime zusammen: „Am Montag ist Docutainment- und Sport-Talk-Tag, am Dienstag gibt es eine Doppelkrimi-Programmierung aus dem europäischen Genre. Am Mittwoch läuft ‚Terra Mater‘ mit anschließend internationalen Dokus. Am Donnerstag bieten wir historische Serien, Reportagen und Talk. Der Freitag steht im Zeichen von Bergwelten, Faszination Heimat und Volksmusik, alles nah am Markenkern. Samstags läuft hochwertige Fiction, wo wir mit ‚Sieben Jahre in Tibet‘ oder ‚Eine Leiche zum Dessert‘ auch mal sieben Prozent Marktanteil erreichen. Und am Sonntag ist die ‚Hockey Night‘, an die sich ein gänzlich neues Programm anschließen wird“, gibt er einen Ausblick.

Wissen im neuen Gewand

Bassiner lüftet das Geheimnis um das neue eigenproduzierte Format: „TM Wissen“ wird von Terra Mater Factual Studios produziert und ist „eine neue Wissensshow mit Moderatoren, die als Science-Slam-Profis unterwegs sind – eine Germanistin, ein Historiker und ein Naturwissenschaftler machen frisch und frech Lust auf Wissen. Zehnmal in Folge wird „TM Wissen“ ab 20. Oktober ausgestrahlt, und um den Wissensflow beizubehalten, werden im Programm gleich weitere Dokus gezeigt. „Die Stimmung sollte im Fernsehen nicht zu häufig wechseln“, weiß er.

Krimiserien und mehr am Start

Auch in der Fiction ist der Sender, der inklusive Dokus, Wetter und Shows rund 50 Prozent eigenproduziert, mit ­einigen Erstausstrahlungen aktiv. So geht der amerikanische Western „Hell on Wheels“ am 8. November on air. Als echten Coup bezeichnet Bassiner die Historienserie „Copper“, ein BBC-Amerika-Drama von Tom Fontana. Ebenso am Start stehen „The Tunnel“, eine britisch-französische Version des skandinavischen Krimis „The Bridge“, oder der australische Light-Krimi „Miss Fisher’s Murder Mysteries“.

Mit „Salamander“ bringt ServusTV eine belgische Serie, die auch der ORF gekauft hat. Es geht um einen Bankraub, bei dem kein Geld, dafür mehrere Geheimdokumente gestohlen wurden, die den mächtigsten Personen des Landes gehören und unter Verschluss bleiben sollten. Im Krimi-Genre kennt sich Bassiner aus. „Bei gutem Material zum Zug zu kommen, ist eine Frage der Kontakte und des Vertrauens, vor allem auch in unsere Qualitäten als Sender“, meint der 59-Jährige. Eine BBC wolle ihr Programm eben auch in einem guten Umfeld sehen, das verbessere die Wiederverwertbarkeit von Fiction. Diese Serien sind zu einem Preis je Teil zwischen 10.000 und 150.000 Euro zu haben. Die gekauften waren im oberen Segment, aber sind günstiger als Eigenproduktionen. Doch auch hier ist einiges im Feld, verrät Bassiner. „Wir haben Drehbücher beauftragt, aber das dauert noch – leider länger als erwartet“, meint er.

Vor Weihnachten wird ein Fernsehfilm, Fiction gemischt mit realen Interviews, über den ehemaligen deutschen Kanzler Helmut Schmidt zu sehen sein – „rührend, emotional, abendfüllend“. Bücherkino ist für 2014 geplant, in anspruchsvollem Stil werden Shortstorys bekannter Autoren verfilmt.

Und im Sport? Ein Erfolg sei der America’s Cup gewesen, „da haben wir Sportgeschichte geschrieben“, sagt Bassiner. 2014 stehen neben Eishockey das Erzbergrodeo und erstmals der Dolomitenmann live am Programm.

Auf Seite 2 geht es um Werbung, Second Screen, "große Ideen", finanzielle Grenzen, und Visionen von Servus TV

Sponsorings nehmen zu

„ServusTV ist aus meiner Sicht absolut kein Nischensender“, stellt Verkaufsleiterin Joanna Jarosz fest, „wir sind programmlich extrem facettenreich mit Sport, Kultur, Unterhaltung, Dokus – das spiegelt sich auch in Markt­Anteilen und wachsenden Werbeblocklängen wider“, kommt sie auf Finanzielles zu sprechen, wird aber, wie es Art des Hauses ist, wenig konkret. Nur so viel: „Ja, es könnte schneller gehen, aber die Reise geht in die richtige Richtung. Doch es gilt weiter das Bekenntnis zur Qualität in jedem Format – man braucht den langen Atem, um den Zuseher an das Niveau heranzuführen, das dauert, wobei wir es in der Werbung ein Stück weit früher spüren, weil der Kunde die Qualität genießt“, so Jarosz. So würden Sponsorings zunehmen, die eine subtile Einbindung erlauben und eine Win-win-Situation für beide Seiten bedeuten. „Aber wir werden niemals unsere Seele verkaufen“, bestätigt Bahr.

Kultur im Bild

ServusTV erreicht gerne die 25- bis 59-jährigen Männer und Frauen, die geistig fit und interessiert sind. Mutig, anders und kreativ sei die Programmauswahl, das hätten auch Eigenproduktionen wie die „Entführung aus dem Serail“ im Rahmen der Salzburger Festspiele bewiesen, die großes internationales Medienecho brachten. „Welcher Private hat so ein Kulturangebot? Wir konnten zwei Millionen Zuseher mit der Festspielkooperation erreichen“, ist Bahr stolz. Mit den Festspielen geht die Kooperation weiter, und auch ein Live-Event, diesmal zu „Don Giovanni“, soll inszeniert werden. Am Plan steht weiters eine Second-Screen-Offensive, was dies auch immer bedeuten wird. Und auch an „großen Ideen“ wird getüftelt – Stichwort Stratos. Ja, es kommt etwas, erfährt man, aber nur hinter vorgehaltener Hand.

‚Es gibt keinen Tag X‘

Der Aufwand für das Programm steht auch nach vier Jahren in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Immerhin arbeiten 200 Mitarbeiter, davon 90 Redakteure in Salzburg, für ServusTV. „Es gibt finanzielle Grenzen und ja, wir sind auf kontinuierliches Wachstum ausgerichtet, aber es gibt keinen Tag X, an dem wir zusperren. In Österreich haben wir eine Markenbekanntheit von 90 Prozent, sind top-of-mind und auf Programmplatz Nummer fünf. Im deutschen Markt gibt es 55 Prozent technische Reichweite via Satellit und beispielsweise eine 42-prozentige gestützte Bekanntheit unserer ‚Hockey ­Night‘. Manchmal sehen in Deutschland 200.000 unser Programm, dann wieder 10.000. Wir haben noch viel zu tun, aber es ist alles eine Frage der Zeit“, ist Bahr optimistisch.

„Wenn Leute von gutem Programm sprechen, dann sollten sie als erstes an ServusTV denken und es aufdrehen. Wir wollen weiter die Qualität halten, verlässlich sein und mit Uniqueness begeistern. Die Menschen sind ermüdet vom immer Gleichen“, ist Bassiner überzeugt. „Meine Vision ist der Erfolg mit einem anspruchsvollen Programm – und dafür machen wir es uns nicht leicht“, sagen Bassiner, Jarosz und Bahr unisono. Und Didi Mateschitz ist in all diesen Entwicklungen wohl der kongeniale Partner.
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