"Seitenblicke Magazin": Lizenz ausgeschrieben
 

"Seitenblicke Magazin": Lizenz ausgeschrieben

Red Bull Media House
Das Red Bull Media House hat das "Seitenblicke Magazin" im Vorjahr eingestellt. Die letzte Ausgabe ist am 7. Dezember erschienen.
Das Red Bull Media House hat das "Seitenblicke Magazin" im Vorjahr eingestellt. Die letzte Ausgabe ist am 7. Dezember erschienen.

Nachdem das Red Bull Media House das "Seitenblicke Magazin" im Vorjahr eingestellt hat, hat die ORF-Enterprise die Lizenz nun neu ausgeschrieben.

Dieser Artikel erschien auch in der HORIZONT-Printausgabe 06/2017 vom 10. Februar. Hier geht's zum Abo.

Die Lizenz für das "Seitenblicke Magazin" wird neu vergeben. Bisheriger Lizenznehmer war das Red Bull Media House, das das "Seitenblicke Magazin" am 7. Dezember des Vorjahres eingestellt und damit die Lizenz an die ORF-Enterprise zurückgegeben hat. Nun bietet die ORF-Enterprise Medienunternehmen die Möglichkeit, unter Nutzung der Wortbildmarke "Seitenblicke" ein periodisches Druckwerk unter dem Titel "Seitenblicke Magazin" herzustellen und gegen Entgelt zu vertreiben. Dem HORIZONT liegt ein Schreiben vor, das an sämtliche Verlage versandt wurde - inklusive der Kriterien.

Demnach erfolgt eine Lizenzierung ausschließlich an Medienunternehmen, deren primärer Unternehmensgegenstand die Erstellung von Inhalten durch Journalisten ist, die Lizenz wird nur für periodische Druckwerke vergeben. Das Magazin soll mindestens einmal im Monat, aber nicht öfter als einmal in der Woche erscheinen. Die zu zahlende Mindestlizenzgebühr beträgt jährlich 55.000 Euro.

HORIZONT-Informationen zufolge gibt es bereits Interessenten. Die ORF-Enterprise hält sich hier jedoch bedeckt, weil "während der Ausschreibungsfrist kann klarerweise nicht über Interessenten berichtet werden", so Enterprise-CFO Beatrice Cox-Riesenfelder. Auf die Frage, ob die Höhe der Mindestlizenzgebühr verhandelbar sei, heißt es: "Es gilt das Anbot, alles Weitere wird man gegebenenfalls mit einem Lizenznehmer direkt klären."

Bis 28. Februar können sich Interessenten noch melden. Wie es danach weitergeht und wie schnell die Lizenz neu vergeben wird, ergebe sich "aus dem Resultat der Anbotslegung", so Cox-Riesenfelder.

Was passiert online?

Mit der Bekanntgabe, dass das Red Bull Media House das Seitenblicke Magazin einstellt, hieß es in einer Aussendung auch, dass der Schwerpunkt von "Seitenblicke" künftig im digitalen Bereich liegen werde und seitenblicke.at "forciert und intensiviert" werden solle.

Auf die Frage, ob die Domain an die Lizenzvergabe gebunden ist, antwortet Cox-Riesenfelder: "Nein, diese fällt an den ORF zurück." Das wirft die Frage auf: Muss das Red Bull Media House also auch die Domain zurückgeben - und will es das überhaupt? Das Portal wird nach wie vor von Redakteuren des Konzerns betrieben. Bis zu Redaktionsschluss konnte diese Frage nicht gänzlich eruiert werden. HORIZONT hält Sie auf dem Laufenden.
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