Schwarzblenden: Schlechterstellung für TV-Sen...
 

Schwarzblenden: Schlechterstellung für TV-Sender

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Kommentar von Sandra Schieder, Redakteurin.

"Unsere Kunden fragen sich, ob Schwarz neuerdings ein bewerbbares Produkt ist", ätzte Werber Mariusz Jan Demner, als der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Vorjahr in einem finnischen Fall entschieden hat, dass Schwarzblenden zwischen TV-Spots künftig in die Werbezeit einzurechnen sind. Werden diese nämlich miteinberechnet, bleibt weniger Platz für Spots. Die Folge: weniger Einnahmen oder teurere Einschaltungen. Die Branche war in heller Aufregung: Von einem "Anschlag auf die Werbe- und Medienwirtschaft", einem "Urteil fernab wirtschaftlicher Realität" und "falsch verstandenem Konsumentenschutz" war damals und ist nach wie vor die Rede. Der Sturm hat sich mittlerweile ein wenig gelegt, Ruhe ist aber noch nicht eingekehrt. Obwohl sich die Sender inzwischen mit dem Urteil arrangiert haben und dieses entsprechend auslegen, keimt doch noch ein Funke Hoffnung, dass diesem Urteil im Rahmen der Überarbeitung der Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste "der Boden unter den Füßen weggezogen wird", wie es IP-Geschäftsführer Walter Zinggl ausdrückt. Bleibt zu hoffen, dass dem so ist, denn vor dem Hintergrund der zunehmenden Konkurrenz durch Internet-Giganten ist das Urteil in seiner jetzigen Form vor allem eines: eine Schlechterstellung für TV-Sender.

HORIZONT hat nachgefragt, wie es den TV-Anstalten mit dem Urteil und seiner Auslegung in Österreich geht. Das Fazit nach dem ersten Jahr lesen Sie hier.
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