Schöne neue Welt?
 

Schöne neue Welt?

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Leitartikel von Marlene Auer, Chefredakteurin

Vor zwölf Jahren wurde das Szenario noch belächelt: Im Science-Fiction-Streifen „I, Robot“ sind Roboter tägliche Begleiter des Menschen, sie helfen im Haushalt, arbeiten als Kellner in der Bar und als Arbeiter auf der Baustelle. Der Film spielt im Jahr 2035. Und wir sind am besten Weg dazu, ihn zur Realität zu machen.

Doch vielen ist das Lächeln seit den Ergebnissen jüngster Umfragen vergangen. Zumindest im ersten Moment. Eine Studie des Weltwirtschaftsforums prognostiziert, dass durch die Digitalisierung fünf Millionen Arbeitsplätze in den nächsten fünf Jahren wegfallen. Bedroht seien vor allem Jobs der Verwaltung, aber auch in der Kommunikations-, Werbe- und Medienbranche. Was nicht bedacht wurde: Durch die Digitalisierung werden neue Jobs und Bedürfnisse geschaffen. Fakt ist, dass es zu Umschichtungen kommt, Zeitarbeit und Selbstständigkeit nehmen zu. So hat der Online-Gigant Amazon zigtausende neue Arbeitsplätze in Geschäftsfeldern wie Vertrieb und Verpackung entstehen lassen, aber die meisten prekär und volatil.

Für den Journalismus werden Roboter nützlich sein – und keineswegs eine Bedrohung. Das Anforderungsprofil des Redakteurs wird sich verändern. Der Roboter kann Informationen liefern – dafür muss man ihn gekonnt und genau briefen. Das Einordnen der Informationen und die Stilistik des Textes sind mehr denn je Aufgabe des Journalisten. Der Unterschied zwischen Wissen und Information ist das Entscheidende. Zumindest so lange die Roboter keine künstliche Intelligenz entwickeln.
Im kommenden bestseller, der Ende Februar erscheint, beschäftigen wir uns übrigens unter anderem mit dem Thema Digitalisierung. Wir zeichnen ein Bild des Digitalstandorts Österreich, zeigen den Einfluss auf unseren Alltag in der Zukunft. Wir rechnen hoch, ob und wie sich Roboter für Unternehmen rechnen – und was sie den Menschen bringen.

[Marlene Auer]
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