SchauTV will Ostösterreich erobern
 

SchauTV will Ostösterreich erobern

Neben den beiden ORF-Spartensendern geht am Nationalfeiertag auch der TV-Sender SchauTV on Air, wenn auch vorerst nur im Testbetrieb. Während der Verantwortliche Rudolf Mathias bisher kaum etwas zum Programm und zur Finanzierung preisgibt, wird fleißig spekuliert.

Neben den öffentlich-rechtlichen Spartensendern ORF III und Sport Plus startet am Nationalfeiertag auch ein neuer regionaler Sender am ostösterreichischen Fernsehmarkt. Schau TV, betrieben von der Schau Media GmbH, einer Tochter des Medienhauses Bohmann, wird am Mittwoch den Testbetrieb starten.

Laut dem Programmverantwortlichen Rudolf Mathias zielt der Sender zunächst auf Wien, Niederösterreich und das Burgenland ab. Langfristige Perspektive sei es allerdings, einen vollwertigen Sender für die Centrope-Region zu betreiben, in dem auch in den Muttersprachen der österreichischen Nachbarländer TV gemacht werde, wie Mathias schildert. Inhaltlich hält man sich bei dem Sender noch bedeckt. Mathias kündigte „ein junges Programm für junge Leute jeden Alters an". Das Publikum soll außerdem über Social Media eingebunden werden.

Der Starttermin am Nationalfeiertag ist übrigens dem Start von ORF III geschuldet, da sich Schau TV am gleichen Transponder befindet. „Wenn also die Fernsehhaushalte nach dem öffentlich-rechtlichen Spartenkanal suchen, stoßen sie automatisch auch auf das Testprogramm von ‚Schau TV’ und programmieren dieses auch ein“, so Mathias. Vorerst bekommt das Publikum ein Testbild zu sehen, über das es dazu aufgefordert wird, sich in der Social-Media-Community des Senders zu engagieren. Ein erstes Probeprogramm laufe im ersten Quartal, im dritten oder vierten Quartal 2012 sei mit dem Vollprogramm zu rechnen.

Wer finanziert den Sender?

Während das Programm noch wenig Gesprächsstoff liefert, bietet die politische Achse des Senders umso mehr Anlass für Spekulationen. Denn eine Nähe zum Wiener Rathaus repräsentiert nicht nur die Eigentümerseite, sondern auch die Person des Programmverantwortlichen: Mathias ist karenzierter Manager im Presse-und Informationsdienst (PID).

Im Wirtschaftsmagazin "Trend" spekulierte man bereits im Mai darüber, dass als eine der Geldquellen wohl das Wiener Rathaus fungieren werde. "Teil des Businessplans ist es, dass wir das Ganze finanzieren können und es attraktiv ist", erklärte Mathias. Laut "Trend" rechnet der Sender heuer bei Kosten von 5,14 Millionen Euro mit Einnahmen von 2,55 Millionen Euro, die schon vor Sendestart von Partnern in Regionalpolitik und Wirtschaft gesammelt worden seien. Wie das Magazin schreibt, sollen jährlich rund 2,5 Mio. Euro aus dem Umkreis der Stadt Wien an das Projekt fließen.

Mathias könne zu den Zahlen "nichts sagen", allerdings seien sie wohl für das Fernsehprojekt im derzeitigen Stadium etwas hochgegriffen, wie er betonte. Fakt sei: "Deals, die es im Vorfeld möglicherweise gegeben haben könnte, gelten jetzt nicht mehr."

(APA/red)
stats