SBS übernimmt 25 Prozent von ATV
 

SBS übernimmt 25 Prozent von ATV

Die skandinavische SBS übernimmt 25 Prozent des Wiener Privatsenders ATV und hofft auf eine terrestrische Frequenz.

Die skandinavische SBS-Gruppe (Scandinavian Broadcasting S.A.) verfügt über Beteiligungen an privaten TV-Sendern in Norwegen, Dänemark, Schweden, Belgien, Holland, Ungarn, Rumänien, Polen, der Schweiz - und jetzt auch in Österreich. Mit 25 Prozent beteiligt sich das Medienunternehmen am ersten österreichischen Privatsender ATV. Mit der Hereinnahme eines neuen internationalen Partners ergibt sich bei ATV eine ganz neue Gesellschafterstruktur: Der Münchener Filmhändler Dr. Herbert Kloiber hält über seine Tele München Gruppe 25 Prozent (bisher 26 Prozent), das internationale Medienunternehmen UPC (Haupteigentümer von Telekabel und Chello, bisher 26 Prozent), die BAWAG (Gründungsgesellschafter des ATV-Vorgängers Wien 1, bisher 34 Prozent) und eben SBS halten ebenfalls jeweils 25 Prozent. Kloibers umstrittene Allegro-Stiftung, in der 14 Prozent der ATV-Anteile geparkt waren, soll aufgelöst werden. Dies wurde Freitag nachmittag bei einer Pressekonferenz im Wiener Hotel Imperial bekannt gegeben, zu der hochrangige Vertreter aller vier ATV-Gesellschafter angereist waren.

Kein Hehl wurde bei der Pressekonferenz daraus gemacht, dass das Projekt ATV, sprich privates Vollprogramm für Österreich, mit der Zuteilung einer terrestrischen Frequenz, die den Empfang über die normale Hausantenne möglich macht, steht und fällt. Kloiber: "Wenn die Politik in diesem Jahr überhaupt kein oder ein nicht dem EU-Standard entsprechendes Privat-TV-Gesetz zustande bringt, dann werden wir, die Gesellschafter, uns zusammen setzen und das ganze Projekt ATV noch einmal gründlich überlegen müssen."

Harry Sloan, Chairman of the Board und Chief Excecutive Officer von SBS sieht das Engagement bei ATV "so kurz vor der Liberalisierung des österreichischen TV-Marktes" als "wichtige strategische Perspektive" und hofft, dass die Entwicklung von ATV "nach dem gleichen Muster wie jene des Schweizer Privatsenders TV3 verhält", an dem die SBS mit 50 Prozent beteiligt ist. (sl)


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