Salzburger Woche zieht Zwischenbilanz
 

Salzburger Woche zieht Zwischenbilanz

Weiß-blaue-Kooperationen: Vor drei Jahren ist die Salzburger Woche (SW) losgezogen, um den bajuwarischen Raum zu erobern und heuer im Sommer in München angekommen.

Im Juli 2009 hat die SW im Rahmen einer Anzeigenkooperation mit der "Münchner Abendzeitung (AZ)" ihren Expansionskurs nach Norden fortgesetzt. Seither fungiert die SW-Verlagsgruppe (gehört zum Medienhaus der "Salzburger Nachrichten") als Generalvertretung der "Münchner AZ" in Österreich. Lesen Sie mehr darüber im aktuellen HORIZONT-Ausgabe 45/09 vom 6. November.

Bereits im Jahr 2006 machte die SW den entscheidenden Schritt über die Salzburger Grenze nach Bayern, um den Wirtschaftsraum bis kurz vor München zu erschließen. Und zwar gemeinsam mit den "Rosenheimer Nachrichten (RON)", die sich unter dem Dach der INNdependent Media GmbH mittlerweile gänzlich im Besitz der "Salzburger Nachrichten" befinden.

Damit konnte die SW neben ihren sechs wöchentlich erscheinenden Salzburger Regionalausgaben ("Stadt Nachrichten", "Flachgauer-", "Tennengauer-", "Pinzgauer-", "Pongauer-" und "Lungauer Nachrichten") zusätzlich mit fünf wöchentlich erscheinenden bayerischen Regionalausgaben aufwarten: Neben den "Rosenheimer Nachrichten" sind dies die "Chiemsee Nachrichten" (Traunstein), die "Mangfalltal-" und "Wasserburger-" sowie die "Ruperti Nachrichten". Letztere Range wird an rund 180.000 Haushalte in Süd-Ost-Bayern, bis kurz vor München und bis ins tirolerische Kufstein verbreitet. Hinzu kommen auf beiden Seiten zusätzliche regionale Sonderprodukte wie die "Seekirchner-", "Mittersiler-" oder "Inntal Nachrichten".

Nach mittlerweile drei Jahren wurden SW und RON „organisatorisch nahezu gleich geschalten“, resümiert Erich Scharf, Geschäftsführer der "Salzburger Woche", und einer von drei Geschäftsführern der INNdependent Media und spricht mit HORIZONT Online über „Synergien in allen Verlagsbereichen“ - vom kombinierten Anzeigenverkauf bis hin zu Satz und Layout. Darunter falle auch die gemeinsame Gestaltung und der gemeinsame Austausch redaktioneller Berichte, die sowohl Bayern als auch Salzburg grenzübergreifend betreffen – so etwa der Ausbau der A8 von Salzburg nach München oder ein Auto-Testbericht, "der sinnvoller Weise nur einmal und nicht dreimal verfasst wird“, gibt Scharf Beispiele.

Wobei der bayerische Printmarkt anders ticke als der österreichische: „In Bayern gibt es irrsinnig viele kleine ganz lokale Tageszeitungen. Die klassische regionale Information bis hinunter auf die Mikroebene findet man dort also schon in den Tageszeitungen. Insofern würden wir als regionale Wochenzeitung zeitlich nachhinken – daher wählen wir wichtige regionale Themen aus, die wir dann größer spielen und anreichern, um die Themen-Leadership zu übernehmen“, so Scharf.

Neben diesen „Themen der Woche“ werde versucht, die Leser auch über die Schienen Lebenshilfe und Rechtsberatung sowie Events und Entertainment aber auch über themenbezogene Sonderdruckstrecken („Gesund und Schön“, „Arbeit und Bildung“, „Bauen und Wohnen“...) an die Blätter zu binden. Überdies produzieren die Verlagsgesellschaften SW und RON klassische Kundenzeitungen für Unternehmen wie Raiffeisen, Porsche oder Modehäuser.

SW, RON und neuerdings die "Münchner AZ" bedienen gemeinsam einen Wirtschaftsraum von 2,7 Millionen Menschen und erreichen nach Eigenangaben mit 500.000 Exemplaren nunmehr 900.000 Leser im Gesamtgebiet, das auf Anzeigenseite in ganz Österreich und in Bayern vermarktet wird. Auf die SW entfallen nach eigenen Angaben 185.000 Exemplare und 329.000 Leser, auf die RON 161.000 Exemplare und auf die "Münchner AZ", die auch eine Regionalausgabe für Nürnberg bereit stellt, 155.000 Exemplare und 286.000 Leser. Mehr dazu in HORIZONT 45/09 vom 6. November.

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