'Salon Z' - Wie viel Geld braucht die Kunst?
 

'Salon Z' - Wie viel Geld braucht die Kunst?

Markus Hinterhäuser,Intendant der Wiener Festwochen, designierter Intendant der Salzburger Festspiele, sprach im Rahmen der Veranstaltung über Compliance, privates Mäzenatentum und kulturelles Missmanagement

Markus Hinterhäuser, Intendant der Wiener Festwochen, designierter Intendant der Salzburger Festspiele, Pianist und Kulturmanager war am 8. September in der Bel Etage des Café Landtmann, bei der von "Format"-Kulturredakteurin Michaela Knapp moderierten Veranstaltung im „Salon Z“ zu Gast. Gabi Spiegelfeld und Markus Schindler hatten Hinterhäuser zu einem Gespräch zu den Themen Compliance, privates Mäzenatentum und kulturelles Missmanagement eingeladen.

Weniger ist mehr

Das Grundproblem ortet Hinterhäuser in den stark steigenden Personalkosten, die seit Jahren stagnierenden Subventionen gegenüberstehen. „Weniger Geld, aber nicht weniger Anspruch“, vor dieser Situation stünden Kulturschaffende heutzutage, so dass das Motto der Stunde „weniger ist mehr“ laute. Je weniger Geld da sei, umso mehr müsse das Programm einer ganz konkreten Idee folgen.

Auch die Sinnhaftigkeit der strengen Compliance-Regeln, die sich aus dem Antikorruptionsgesetz ergeben, stellt Markus Hinterhäuser in Frage. „Ich weigere mich, einen Vorgang, wie eine Einladung zu einem Abendessen, der für mich für natürliche Großzügigkeit steht, in irgendeiner Weise mit Kriminalität in Verbindung zu bringen.“ Sinnvoller als solche Regeln wäre eine Gesetzesnovelle, die eine steuerliche Absetzbarkeit von Sponsoring - Beiträgen ermöglicht.

Eine Lanze bricht Hinterhäuser für seine Sponsoren: „Es ist einfach nicht wahr, dass Sponsoren jemanden etwas aufdrängen oder künstlerisch mitreden wollen. Sponsoren sind viel klüger und subtiler.“ Daher spricht er auch ungern von „Sponsoren“, sondern viel mehr von Freunden, von Beziehungen.

(red)
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